Was ist Qualitäts-Content?

Viele verwechseln ja den Begriff „Qualität“ von Content mit der Anzahl der Sterne, die sie bei der Bestellung anklicken. Das ist aber nicht so. Die richtige Welt ist etwas komplizierter…

Zunächst ist der Begriff „Qualität“ wertfrei und meint „die Summe aller Eigenschaften“ eines Objektes. Somit hat auch der Text aus einem Scrampler Qualität, denn auch er hat Eigenschaften – etwa die Zahl der Wörter oder deren Sprachnivau oder sonstwas. Allerdings ist der Qualitäts-Begriff natürlich anders gemeint: Und zwar soll ein „Qualitäts-Content“ mit einer besonderen Fülle von möglichst guten Eigenschaften ausgestattet sein. Ich denke, Sternchen und der höhere Preis sind eher unwichtige…

Was sind nun diese „Qualitäts“-Merkmale von Content?

Zunächst sollte man akzeptieren, dass es nicht DIE gute Qualität gibt sondern, nun ja, die Summe von Eigenschaften, die einen Inhalt für einen bestimmten Einsatz „gut“ machen. Ein Beitrag muss dorthin passen, wo er veröffentlicht wird. Deshalb kann übrigens auch ein Ein-Sterne-Text von guter Qualität sein – wenn es nur darum geht, den Google-Robot zu füttern. Die dafür notwendigen Eigenschaften sind dann nur Textmenge und Keywords, Nebenkeywords und vielleicht semantisches Zeugs, wenn man daran glaubt. Aber ein Mensch wird das nicht lesen müssen (und wollen).

Gehen wir aber von Inhalten aus, die unsere Bouncerate verkleinern und die Verweildauer erhöhen sollen, müssen wir andere Kriterien anlegen. Ich nenne hier einige:

  • Fehlerfreiheit: So blöd das auch klingt (und ich weiß, ich bastle hier auch hin und wieder Vertippppper rein). Aber grundsätzlich sollten Inhalte richtig geschrieben und mit einer Grammatik formuliert sein, die der deutschen möglichst nahe kommt.
  • Wahrheit: Man kann mit einer einzigen falschen oder ungenauen Information die Inhalte einer ganzen Webseite entwerten. Also lieber noch mal genauer überlegen, was da jeweils drin steht…
  • Recherchetiefe: Wir haben bei uns eine Regel, die besagt, dass zumindest eine Information in einem Text überraschend oder neu sein sollte. Die Leser leben ja in derselben Welt wie wir und wenn sie nur den üblichen Textbrei bekommen, werden sie sich unwohl fühlen. Deshalb gehört auch in die Shop-Kategorie-Beschreibung für „Kinderbetten“ irgendwas rein, was man vorher nicht wusste. Also natürlich nur, wenn die Zielgruppe nicht nur der Robot ist…
  • Konkrete Aussagen, roter Faden: Was will mir der Autor eigentlich sagen? Das dürfte die wohl am häufigsten gestellte Frage bei Internet-Texten sein. Wer viele Informationen aneinander reiht ohne einen roten Faden zu haben, der faselt. Und das wollen wir doch nicht. Es fühlt sich für den Leser immer gut an, wenn er auf eine klare Aussage trifft und die Gedanken des Autors nachvollziehen kann.
  • Empathie: Beim Gewinnen von Lesern geht es darum, ihnen ein Wohlgefühl zu geben. Und das erreicht man dann, wenn man sich in sie einfühlt und nicht nur auf pure Information setzt, sondern sie dort abholt, wo sie sind. Es gehören also auch Einfühlungsvermögen in den Text und einige Informationen, die den Leser bestätigen.
  • Sprachniveau: In den englischen SERPs kann man nach Sprachniveau filtern. Hierbei wird der Wortschatz mit gemessen. Es gibt auch andere Messmethoden, die zum Beispiel die Länge der Sätze und die Grammatik mit testen. So weit muss man meist nicht gehen. Aber eine genaue Vorstellung davon, was die Leser noch verstehen können und was ihnen schon zu banal ist, gehört dazu.
  • Leseransprache: Na klar, auf einem Blog ist die „Ansprache“ des Lesers auch mal direkt und mit „du“. In der Süddeutschen wird so etwas nie der Fall sein. Sind die Leser jung oder älter, Fachpublikum oder Einsteiger, vorwiegend Frauen oder Männer? Auch darüber muss man sich in der Qualitäts-Debatte Gedanken machen.
  • Strukturierung des Textes: Gehen wir davon aus, dass wir nicht das gesamte Layout der Seite beeinflussen können – so doch zumindest die Textgestaltung. Und dazu gehören Überschrift, Dachzeile, Vorspann, Zwischenüberschriften, Aufzählungen und Fazit. Mindestens. Es würde zu weit führen, das alles hier zu erklären, aber schon wenn es all diese Platzhalter gibt, wird der Text lesbarer. Jede Wette.
  • Stil: Wer nur hin und wieder schreibt, sollte versuchen, gar keinen Stil zu haben. Denn schlimmer als kein Stil ist auf jeden Fall schlechter Stil. Deshalb: Macht kurze Sätze, verwendet verständliche Wörter, seid kreativ beim Einsatz von Satzzeichen sowie Absatzmarken und versucht ansonsten, möglichst neutral zu schreiben. Nur wer viel Übung hat oder wirklich auch als Autor hervortreten möchte, sollte sich um eine eigene „Handschrift“ bemühen. 99,9 % aller Autoren gehören nicht in diese Gruppe.

Man könnte noch mehr dazu schreiben. Aber ich denke, das ist ein guter Einstieg dafür, mal mit dem Textdienstleister zu verhandeln. Und wer das genauer wissen will, bucht einfach bei uns einen „Schreiben fürs Web„-Lehrgang oder kauft seinen Content, der gelesen und verlinkt werden soll, bei uns 😉

Übrigens: Ich musste das „verschriftlichen“, nachdem ich im soeben erschienen SEO House-Podcast  darüber referieren durfte. Vielen Dank dafür an die House-Keeper Jens Fauldrath und Markus Walter sowie Ludwig Coenen aus dem Telekom-SEO-Team. Thema war – wenig überraschend – „Qualitätscontent“…

GD Star Rating
loading...

Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

More Posts - Website - Twitter - Facebook - LinkedIn - Google Plus

Kommentar (1)

  1. Pingback: click this link

Kommentare sind geschlossen.