Was man ohne Google-Optimierer optimieren kann: die URLs

Ich persönlich halte die Verwendung der Keywords in der URL größtenteils für  überschätzt. Natürlich ist es günstig, wenn die Adresse eines Beitrags zum iphone etwa so heißt: domain.de/handy/apple/iphone-30.html. Aber auch bei den diesjährigen Ranking-Faktoren von Rand Fishkin rangieren Ordner- und Dateiname in der URL nicht besonders hoch. Und trotzdem: Man kann da einiges falsch machen – und braucht auch keinen Google-Optimierer um das wieder zu reparieren…

Zunächst muss ich erklären, warum die Speaking URL dennoch so ein riesiges Thema bei SEO ist. Das liegt nämlich schlicht daran, dass die Seitenadressen meist durch ein Content Management System festgelegt werden und technisch sicherlich die schwierigste Hürde für ein sehr sauber optimiertes System sind. Und wenn etwas besonders schwer ist, bekommt es – oft ohne es zu verdienen – einen sehr hohen Stellenwert. Schon allein, weil die Kosten für die Einrichtung von Speaking URLs eine Zeitlang sicher höher waren als für eine vernünftige HTML-Auszeichnung von Überschriften o.ä..

Und weil die URLs zum System gehören un man durch Fehler mehr kaputt machen als durch Speaking URLs gewinnen kann, empfehle ich Kunden mit Nicht-Speaking-URLs die aber keinen der Fehler unten machen: „Never change a running system“. Bessere Inhalte führen definitiv eher zum Erfolg als ausgefeilte URLs (es sei denn, man optimiert auf eine Suchmaschine wie Exalead…)

Trotz allem, wie sieht eine optimale URL aus?

  • Entweder enthält der Dateiname das Keyword (plus .html oder .htm) oder das Keyword ist der letzte Ordner (z.B. domain.de/kategorie/keyword/) und es gibt keinen Dateinamen.
  • Mögliche Nebenkeywords – idealerweise z.B. Produktkategorien – stehen in darüber liegenden Ordnern (z.B. domain.de/produktkategorie/keyword/).
  • Das Keyword ist spätestens das siebte (besser das sechste) Wort in der gesamten URL, also maximal: www (1) .domain (2) .de (3) /channel (4) /produktkategorie (5) /keyword (7)
  • Die Ordnerstruktur mit Channel und Kategorien dient idealerweise tatsächlich der Systematisierung des Inhalts – die Begriffe sind also Überbegriffe zu den Keywords.
  • Die URL enthält eine mindestens 5-stellige ID. Das ist natürlich einfacher, wenn man Dateinamen hat („keyword-12345.html“). Diese ID könnte wichtig werden, wenn wir die Seite mal auf Google News veröffentlichen wollen. Außerdem freut sich der Techniker eh darüber – denn dadurch wird jede URL garantiert eindeutig.
  • Die URL enthält keine (in Zahlen: 0) Parameter. (also mit Fragezeichen angehängte IDs) Wie gesagt: Das ist der Optimalfall. Wenn ein Parameter z.B. in der Suche den Suchbegriff anzeigt, ist das völlig o.k.. Wenn es eine Session-ID als Parameter gibt, ist das einfach nur Mist.
  • Wörter werden mit Minus „-“ getrennt, es gibt keine Umlaute und Sonderzeichen (sondern ae, oe, ss) und Punkte nur dort, wo sie hin gehören (Domain und Dateiname).

Alles klar? Und jetzt, welche Fehler man vermeiden sollte. Und das ist nicht pure Theorie – sondern erlebte Realtität:

  • Session- oder sonstwelche überflüssigen Parameter in der URL. Ihr glaubt, ihr habt alle verbannt? Gebt folgendes bei Google ein: „site:domain.de inurl:/kategorie/keyword“ (o.ä.). Dann werdet ihr sehen, ob sich euer System nicht doch noch einen Parameter ausgedacht hat…
  • Alles flach: Es gibt nur noch die Domain und viele tausend Seiten (www.domain.de/keyword.html). Wenn ihr nur einige Seiten habt, ist das o.k.. Ansonsten sollte der Inhalt in Ordnern strukturiert werden.
  • Zu lange URLs: Heißt der Channel „schön & lustig“, die Kategorie „Beauty für die Frau“ und das Keyword ist „Maskera Stifte“ wäre eine mögliche URL: www.domain.de/schoen-und-lustig/beauty-fuer-die-frau/maskera-stifte-123123.html. Das eigentliche Keyword geht völlig unter. Deshalb sollten die Channels und Kategorien knapp und prägnant benannt werden.
  • Mehrere URLs zulässig: In vielen Systemen lauscht der Webserver nur auf die Domain und die eindeutige ID und ordnet dieser Kombination eine Seite zu. (z.B. /12345.html erhält die gleiche Seite wie /channel/kategorie/keyword-12345.html). Dies führt unweigerlich zu internen Duplicate Content. Man kann das mit dem Canonical-Tag ein wenig heilen (zeigt immer auf die korrekte URL) – aber es wäre besser das zu vermeiden oder besser gesagt unter Strafe zu verbieten…
  • Keyword-Spam: Wir haben alle das (richtige) Gefühl, dass eine solche URL eher ungünstig ist: www.keyword.de/keyword/keyword-kategorie/keyword-keyword.html. Muss man mehr sagen?
  • Änderungen der URL: GIBT es schon für jeden Beitrag eine URL, sollte diese nicht mehr geändert werden. Und falls das doch als absolut notwendig erscheint (z.B. weil man doch eine neue Struktur einbaut) oder es aus Versehen passiert, müssen alle, alle, alle alte URLs per 301-Redirect auf die neuen umgeleitet werden. Das ist wichtig, wichtig, wichtig!!!

Puh, was habe ich vergessen? Sagt es mir…

Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book. Jetzt schreibt allerdings mehr auf dem Contentman

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