Wo Wortstellungen wichtig werden

Diese Überschrift (WWww) konnte ich mir nicht verkneifen – aber ich komme trotzdem schnell zum Thema: Ist die Reihenfolge von Wörtern innherhalb von Keyword-Phrasen wichtig? Die Antwort darauf: Ja, schon, manchmal…

Aber von Anfang an: Diskutiert wird gerade, ob die  Reihenfolge von Suchbegriffen bei Keywords wichtig ist. Soll ich lieber auf „Immobilien München“ oder auf „München Immobilien“ optimieren – oder ist das sogar egal? Diese Frage kann ich anhand von Google Trends zunächst zweifelsfrei beantworten (ich habe eine ganze Reihe von ähnlichen Tests gemacht – alle mit dem gleichen Ergebnis):

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Warum ist „restaurant berlin“ nicht zu sehen? Weil die Kurve exakt unter der anderen liegt, wenn man die Keywords vertauscht, ist „berlin restaurant“ vorne…

Also: Bei der Menge der Suchanfragen macht die Wortstellung – jedenfalls wenn Google nicht lügt – nichts aus.

Aber das ist kein befriedigendes Ergebnis. Denn fest steht: Der gesunde Menschenverstand sagt, dass eher nach „Immobilien München“ als nach „München Immobilien“ gesucht wird. Oder? Mit anderen Worten: Google verwendet die beiden Phrasen hier synonym. Das ist ein kleiner Unterschied – aber ein spannender.

Wie schaut es in den Suchergebnissen aus?

Die Plätze 1-3 bei „Immobilien München“:

  • Immobilienscout24
  • Immowelt
  • Immobilienmarkt Süddeutsche

Die Plätze 1-3 bei „München Immobilien“:

  • Immowelt
  • Merkur Immowelt
  • Immonet

Mit anderen Worten: Die Ergebnisse sind jedenfalls unterschiedlich. Ich habe nicht analysiert, woran das liegt, ich denke, das liegt auf der Hand. Und: auf den ersten Blick sehen die ersten Drei für mich stärker aus als die unteren.

Das wiederum würde heißen: Laut Google wird die Wortstellung bei der Abfragezahl nicht berücksichtigt – aber sehr wohl in den SERPS. Ist das jetzt befriedigend? Nein.

Also, noch ein Google-Tool: AdWords. Und da haben wir auf den ersten Blick dies:

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Nur bei der Konkurrenz ein kleiner Unterschied. Aber immerhin. Richtig spannend wird es dann, wenn man (oben rechts) den Übereinstimmungstyp auf „exakt“ stellt:

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So schaut das nämlich aus: Natürlich wird „München Immobilien“ seltener gesucht als anders herum. Aber in seiner Wortgruppe befindet sich halt eben auch „Immobilien München“. Also:

  1. Auf Google Trends sehen wir Wortgruppen und keine exakten Begriffe. Das sollte man unbedingt wissen, wenn man dort Keyword-Phrasen prüft.
  2. Der „normale“ AdWords-Kunde bucht entweder „Weitgehend“ oder beide Keyword-Phrasen – denn ansonsten wäre die Mitbewerberdichte nicht so nah beieinander.
  3. Was hier nicht zu sehen ist: beide Keywords haben den selben, geschätzten CPC (von 93 Cent). Auch das scheint synonym berechnet zu werden (was ich definitiv als Bug bzw. Ungenauigkeit ansehen würde).
  4. Und auf was optimiere ich nun? Ganz klar: Wenn ich eine starke Seite habe, geht es auf „Immobilien München“ (und zwar „Exakt“), denn hier habe ich beim gleichen Preis, bei einer ähnlichen Mitbewerberdichte deutlich mehr Abrufe. Und auf „München Immobilien“, wenn ich mich auch auf kleinere Keywords konzentrieren möchte und/oder meine Seite noch nicht so stark ist. Das kommt jetzt auf die Strategie an, die ich fahre.

Um es noch mal anders zu sagen: Google verwendet in manchen Bereichen die Wortstellung synonym, in anderen Bereichen nicht. Es wird sich kaum lohnen, für unterschiedliche Wortstellungen unterschiedliche Landingpages zu bauen, aber wer es genau nehmen will, sollte sich aber bei der Festlegung des Keywords damit beschäftigen.

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentare (3)

  1. Markus

    Klasse Beitrag! Das ist mir bisher bei Google Trends noch nie so aufgefallen, ich habe mich bisher wohl immer in Bereichen bewegt, wo Google auch hier unterscheiden kann / will.

  2. Paul

    Markus hat es eben getwittert, ja er is schuld das ich das nun lesen muss.
    Anfang dachte ich erst, ehhh das hab ich doch erst gelesen, aber nach Trends gings los, Suuuppper Artikel, danke für die informative analyse.

  3. hannes

    Passt alles, alles beachtet 🙂
    Sehr gut. Phrasen sollten generell immer beachtet werden.

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