Erfolgsfaktoren: So klappt SEO Projektmanagement besser

Jeder kann immer und überall Projektmanagement betreiben. Selbst der Einkauf im Baumarkt will geplant, budgetiert und zielorientiert umgesetzt werden. Allerdings ist richtiges Projektmanagement etwas, das sich effektiv ins Unternehmen schmiegt. Und dazu müssen einige, so genannte, Erfolgsfaktoren vorhanden sein.

Noch einmal für alle, die „Webseiten projektieren“  mit Projektmanagement verwechseln: In diesem Artiekl geht es darum, wie komplexe SEO-Projekte gemeinsam mit anderen Abteilungen und externen Firmen umgesetzt werden. Und nicht um den möglichst schnellen Aufbau einer Domain mit Content damit man Ziele für Backlinks hat. Dies nur, um Enttäuschungen vorzubeugen.

1. Das richtige Unternehmen

Man kann Projektmanagement also auch alleine machen. Aber das macht weder Spaß noch ist es effektiv. Denn wer lange genug gegen verschlossene Türen rennt, wird irgendwann damit aufhören und entweder einen Umweg oder einen anderen Ausweg suchen.

Das zum Projektmanagement passende Unternehmen ist jedoch gar nicht so ungewöhnlich. Denn es ist nicht notwendig, dass alle Abteilungen mit den Management-Tools vertraut sind. Sie müssen sie nicht einmal gut finden. Denn ein „normaler“ Betrieb ist prozessorientiert. Hierbei wird die Antwort auf die zentrale Fragestellung „Wer macht was, wann, wie und womit?“ ständig optimiert. Ständig wiederkehrende Geschäftsprozesse werden effizienter und effektiver gestaltet, Führungsaufgaben mehr oder minder sinnvoll vergeben und das „Daily Business“ bewältigt.

Wenn dank vernünftiger Prozess-Organisation jeder weiß, was er zu tun hat, was er darf und womit sich die anderen beschäftigen, ist das eine gute Voraussetzung für Projektmanagement. Wenn mangels vernünftigem Management oder sonstigen Schwächen der Firma oder der handelnden Personen keiner Ahnung hat, wer wofür zuständig ist und irgendwie jeder macht, was er selbst für richtig hält, ist der Fall etwas schwieriger. In einem chaotischen und durch ungerechte Hierarchie geprägten Unternehmen wird es Projektmanagement immer sehr schwer haben, sich durchzusetzen. Doch das sind ja meist ohnein die Unternehmen, aus denen man fliehen sollte. Vor allem als SEO. Denn wie soll man in einer solchen Organisation vernünftig arbeiten?

2. Unterstützer

Bei aller Begeisterung für die normative Kraft des Teams und der klugen Arbeitsweise: Zum Start des Projektmanagements und auch darüber hinaus ist es sinnvoll, Untertützer in höherer Hierarchie-Ebene zu haben. Ein so genannter „Machtpromotor“ unterstützt den Projektmanager mit Rat und Tat und ist im Management-Kreis ein Rückhalt, wenn es etwa um Freistellung der Team-Mitglieder oder um Budgets geht. Seine Unterstützer sollte man gut kennen und zum Beispiel mit Hintergrund-Wissen bevorzugt behandeln.

3. Tools

Wer Projektmanagement mit „Microsoft Project“ verwechselt, wir auf jeden Fall scheitern. Noch niemals wurde ein Vorhaben besser gemanaged, weil der Organisator diese Software eingesetzt hat. Die meisten Projekt-Einsteiger verlieren sich in den Bedienungsmenüs und Begrifflichkeiten zwischen Gantt-Chart und Milestone und tauchen erst wieder auf, wenn der Projekterfolg nicht mehr zu retten ist. Deshalb gilt: erst Projektmanagement lernen, dann die dafür einzusetzenden Tools aussuchen.

Und das beste technische Tool für den Start ist Excel oder jeder andere Tabellenkalkulation. Denn darin können alle Listen und Protokolle sauber und transparent organisiert werden. Und erst, wenn das Team schon ein wenig Übung mit all den Planungsphasen hat, ist der Einsatz einer PM-Software sinnvoll. Hierzu noch ein letzter Tipp: Wer die Wahl hat zwischen zwei Systemen, sollte immer das einfacherer verwenden.

4. Das Team

Die Auswahl, die Zusammensetzung und die Entwicklung des Teams ist vermutlich der wichtigste Erfolgfaktor. Da in Serie hier davon noch häufig die Rede sein wird, hier nur eines: Ein Team ist immer stärker als die Summe seiner Mitglieder. Allerdings nur dann, wenn diese freiwillig mitmachen – und das gilt nicht für die Zeit nach Feierabend…

5. Qualitäten des Projektmanagers

Ein Alleskönner! Der erfolgreiche Projektmanager vereint menschliche Führungsstärke, kann perfekt kommunizieren und verfügt über technisches (SEO-)KnowHow. Außerdem ist er empathisch, ein natürliches Vorbild und hat für jedes Problem ein offenes Ohr. Gerne teilt er sein Wissen und verhandelt freundlich aber hart auch mit weitaus höher stehenden Managern. Schließlich gehören perfektes Selbstmanagement, hohe Zuverlässigkeit und ein immer klarer Kopf zu seinen hervorstechensten Eigenschaften.

Wer sich nach dieser Beschreibung für den idealen Projektmanager hält, hat schon verloren. Denn man sollte nicht größenwahnsinnig sein, um diesen Job zu übernehmen. Wer für sich noch einen weiten Weg zu einem solchen Idealbild sieht, ist jedoch der richtige Kandidat. Voraus gesetzt, er möchte sich gerne in diese Richtung bewegen.

6. Messbare Ziele

Wer darf denn entscheiden, ob ein Projekt erfolgreich verlaufen ist? Das Projekt-Team anhand seiner eigenen Zufriedenheits-Skala? Oder der Auftraggeber aufgrund von gefühlten Zielen, die ihm nach dem Launch eingefallen sind? Nein. Ein Projekt ist immer dann erfolgreich verlaufen, wenn unter Verwendung des geplanten Budget zum geplanten Zeitpunkt die Leistung erbracht wurde, die man zuvor vereinbart hatte.

Die Frage ist nachher häufig allerdings: Was genau war die zu erbringende Leistung? Deshalb sind Ziele immer so zu definieren, dass man den Grad ihrer Erreichung mathematisch errechnen kann. Dazu im Kapitel Projektplanung mehr.

7. Die richtige Aufgabenstellung

Die Definition des Begriffes „Projekt“ beinhaltet ein Anfang und ein Ende sowie eine gewissen Komplexität des Vorhabens. Ist einer dieser Punkte nich gegeben, wird das Projektmanagement scheitern.

8. Organisation und Disziplin

Nach dem oben gesagten, wäre es hier an der Stelle, für Disziplin und glasklare Organisationsformen zu plädieren. Aber genau das Gegenteil ist richtig: Werden die Hürden für das Team (und den Projektleiter) zu hoch gelegt, wird der Erfolg ausbleiben. Denn in einem Projekt geht niemals (niemals!) darum, die Regeln immer zu befolgen. Es geht immer darum, das Ziel zu erreichen. Und wenn es etwa in der heißen Endphase bedeutet, fremde und eigene Regeln zu brechen, muss der Projekt-Manager genau das tun. Aber nur, wenn er weiß, was er da macht und nur, um das Projektziel zu erreichen.

9. Klare Rollenverteilung

Es gibt interne und externe „Anspruchsgruppen“, die informiert werden müssen. Es gibt einen Auftraggeber und ein Projekt-Team. Und es gibt einen Projekt-Manager. Und jeder kennt seine Rolle und verhält sich angemessen.

10. Kommunikation und Transparenz

Auch darüber wird noch viel zu lesen sein. Alle Kommunikation hat aber letztlich immer genau einen Zweck: Jeder soll immer alles wissen, was er wissen soll (und will). Und jeder hat die Möglichkeit, sich einzubringen (und tut es auch).

Erfolgsfaktoren! Nicht Voraussetzungen…

Bitte nicht verwechseln: Ist die Team-Zusammenstellung nicht perfekt oder gibt es doch keinen Machpromotor, heißt das nicht, dass man gar nicht antreten sollten oder könnte. Der Erfolg wird nur ein wenig schwerer zu erreichen sein. Deshalb kümmert euch darum, dass möglichst viele dieser Erfolgsfaktoren vorhanden sind – und verzweifelt nicht, wenn einige davon fehlen.

Und wie ist das mit euren Projekten? Was waren eure Erfolgsfaktoren?

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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