Erst-Diagnose: Schnell mal eine Webseite analysieren

Vielleicht ruft grad ein neuer Kunde an oder vielleicht sitzt du in einem Meeting und jemand hat eine interessante Domain genannt. Ich behaupte, dass man mittlerweile in ein paar Minuten eine ordentliche Erst-Diagnose schaffen kann.

Auf dem Searchmetrics-Blog habe ich heute geschrieben, wie man mit der Suite eine solche Schnellanalyse macht. Das ist meiner Meinung nach tatsächlich ein schöner, schneller Weg der erstens Zeit spart und auch gleich zu professionell darstellbaren Ergebnissen führt. Aber mit welchem Tool auch immer: Ich denke, folgende Punkte gehören zum ersten Blick auf eine Domain:

  • Der Sichtbarkeits-Verlauf: Wir hätten uns vor zwei Jahren gar nicht vorstellen können, dass man heute so einfach in die SEO-Vergangenheit einer Webseite schauen kann. Das ist richtig wichtig, weil man so die richtigen Fragen stellen kann („Ist der Grund für den Anruf, dass eure Seite vor zwei Wochen 90 % verloren hat?“).
  • Die Universal Search: Die vermutlich größte Chance, schnelle Ergebnisse zu erzielen, ist die Verbesserung der Ergebnisse in den One-Boxen für Produkte, Images, News und Videos. Und da will ich nicht suchen – sondern sehen, ob das schon funktioniert.
  • Die Verteilung der Suchergebnisse auf die SERPs: Eine Penalty, eine mies optimierte Seite und natürlich das Cliffhanger-Potential sieht man am besten in einem zeitlichen Vergleich des SERP-Spreading.
  • Die Linkstärke und -verteilung: Na klar gehört auch schon zum ersten Blick eine Übersicht, welche Links woher kommen und wohin zeigen. Ich schätze mal, auch das ist widerspruchsfrei.
  • Konkurrenz: Wer ist die Konkurrenz (darüber hat der Seitenbetreiber meist eine andere Meinung als der SEO…).
  • Wird die Seite schon mit den richtigen Keywords gefunden? Hier kann man mit einem Blick sehr viel erkennen – und ein Blick auf die Navigation birgt auch Gesprächspotential in diesem Zusammenhang…
  • Welches Keyword-Potential gibt es? Natürlich möchte man wissen, welche Kewords auf den Schwellenpositionen sitzen. Aber ich empfehle auch auf Muster zu achten, die uns nachher beim Aufbau von Longtail-Phrasen helfen.

Ist das nicht großartig? All dies gehörte früher zu einer ein- bis mehrtägigen Beratungs-Beauftragung. Heute kann ich das während eines Telefonats zumindest kurz abklopfen.

Manuell (durch einen Blick in den Code) sollte man noch folgende Punkte checken:

  • Header und Heading halbwegs o.k.?
  • Wie schaut die robots.txt aus?
  • Verzeichnisstruktur (in der URL?)
  • Einsatz von canonical, noindex?

Und natürlich noch ein Blick in die aktuelle Google-Indexierung mit „site:“ und „inurl:“ Mehr ist in kurzer Zeit nicht machbar und man muss auch aufpassen, dass man diese Kurz-Analyse als „Ersten Blick“ sieht und bezeichnet. Denn ich habe beim zweiten Blick schon häufig sehr große Überraschungen erlebt…

Aber, liebe Leute: Das fordert euch ohnehin im Folgenden. Denn die Punkte oben kann mit dem richtigen Tool und ein bisschen Erfahrung heute jeder. Jetzt seid ihr dran, und müsst technisch machbare und kreative Ideen entwickeln, damit die schönen Sichtbarkeitskurven nach oben zeigen.

Also: Anstrengen! SEO ist Arbeit 😉

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentare (2)

  1. Marcel

    Ein gutes SEO Diagnose Tool ist unter http://www.diagnoseo.de zu finden. Hier kann man seine Seite für ein bestimmtes Keyword auf onpage-Faktoren analysieren. Verbesserungsvorschläge werden auch gleich aufgeführt.

  2. istererr45

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