Google Analytics datenschutz-konform machen: Was jetzt zu tun ist

Nun haben sich also Google und die Datenschützer über einen korrekten Umgang mit Google Analytics geeinigt. Das ist erfreulich. Bevor sich nun die Abmahn-Anwälte darauf stürzen, sollten wir unsere Seiten datenschutz-konform machen.

Hier die notwendigen Schritte:

  1. Auch wenn es weh tut: Ein neues Google Analytics-Profil muss her. Das bisherige muss gelöscht werden (was aber keiner wirklich kontrollieren kann) und ein neues Spiel beginnt. Ein solches Profil wird im Google Analytics Account hinzu gefügt.

    Leider notwendig: ein neues Google Analytics Profil

  2. Danach einbauen – also in dem neuen Profil auf „Edit“ gehen und oben rechts auf „Check Status“. Dann erhält man die Meldung, dass der Code noch nicht zu finden ist – und der Code wird angezeigt. Darin findet sich eine Nummer nach dem Muster ‚UA-123456-7‘. Diesen kopieren und in den Code am Ende dieses Beitrags eintragen. Diesen dann dort einfügen, wo der Code eingefügt werden kann. Wer allerdings ein einfaches WordPress-Plugin dafür verwendet, hat möglicherweise Pech. Denn dieses generiert den Code selbst. Und nicht jedes kann auf „datenschutzkonform“ gestellt werden. Zu empfehlen ist natürlich wieder das Google Analytics for WordPress Plugin von Yoast… Ich habe den Code einfach bei Thesis rein geworfen. Aber jeder Jeck ist halt anders…
  3. Als nächstes muss ein Vertrag mit Google abgeschlossen werden. Das PDF dazu ist hier. Und dann ausdrucken und an Google schicken. Ja, das meine ich ernst. Ich werde dies nicht für jede Domain die ich tracke extra machen – einmal muss reichen. Aber halt einmal für mich und einmal für die die Company u.s.w..

    Vertragsvorlage von Google: wird rechtlich (hoffentlich) passen

  4. Nun muss der Datenschutz-Hinweis auf der Webseite angepasst werden. Timo Aden hat hierfür einen Vorschlag gemacht. Selbstverständlich kann es auch sehr sinnvoll sein, eine eigene solche Datenschutzerklärung zu formulieren bzw. von einem Anwalt erstellen zu lassen. Vor allem, wenn es sich um einen Shop mit Warenkorb u.s.w. handelt. Wichtig daran ist, dass auf das Anonymisierungs-Plugin hingewiesen wird.

Und ist damit alles erledigt? Vermutlich schon. Allerdings wird es womöglich noch ein wenig dauern, bis sich eine wirklich endgültige Formulierung für die Datenschutzerklärung heraus kristalisiert hat. Ich denke aber nicht, dass man mit einer fast richtigen Formulierung wirlich Probleme bekommt.

Wirklich wichtig ist, dass alle automatisch von außen zu überprüfendene Punkte erledigt sind. Das sind erstens der richtige Code mit „anonymizeIP“, zweitens ein neues Konto und drittens die Datenschutzerklärung.

Hier der datenschutzkonforme Code. Die „xxxxxxx“ bitte mit der eigenen ID ausfüllen. Und die Zeile mit „anonymizeIP“ ist das Entscheidende:

<script type=”text/javascript”>
var _gaq = _gaq || [];
_gaq.push(['_setAccount', 'UA‐xxxxxxxx']);
_gaq.push(['_gat._anonymizeIp']);
_gaq.push(['_trackPageview']);
(function() {
var ga = document.createElement(‘script’); ga.type = ‘text/javascript’; ga.async = true; ga.src = (‘https:’ == document.location.protocol ? ‘https://ssl’ : ‘http://www’) + ‘.google-analytics.com/ga.js’; var s = document.getElementsByTagName(‘script’)[0]; s.parentNode.insertBefore(ga, s);})();
</script>

Wer noch den klassichen Tracking-Code einsetzt, kann diesen hier finden.

Und hier ein PDF vom Hamburger Datenschützer über den konformen Einbau von Google Analytics.

GD Star Rating
loading...

Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

More Posts - Website - Twitter - Facebook - LinkedIn - Google Plus

Kommentare (12)

  1. Jumpr81

    Was kann mir eig. passieren wenn ich das nicht mach? Ich als SEO-Verantwortlicher in einer Werbeagentur hab eig. echt wichtigeres zu tun als mich um sowas zu kümmern 😀 Irgendwie hab ich innerlich leichte Abneigungen gegen diese ganzen Datenschützer…

  2. eric108

    Als SEO-Verantwortlicher kann dir gar nix passieren. Aber irgend jemand muss ggf. die Abmahngebühren zahlen…

  3. Pingback: Google Analytics – Abmahnungen drohen » Von Torrevieja » google analytics rechtskonform, google analytics, abmahnung wegne google analytics, abmahnung wegen google analytics » Ranking Topper

  4. aprovia

    Warum benötige ich ein neues Analytics-Profil? Reicht es nicht den alten Code anzupassen, d.h. die beiden Zeilen mit ’setDomainName‘ und ’setAllowLinker‘ durch die ‚anonymizeIP‘ Zeile im Quellcode zu ersetzen?

  5. eric108

    Du musst die alten Daten löschen. Und das geht nicht anders…
    (doof, aber so haben die das vereinbart…)

  6. aprovia

    Wo kann man den nachlesen, was Google und die Datenschützer vereinbart haben? Der Link oben verweist nicht auf das PDF sondern die Website direkt 🙁

  7. eric108
  8. aprovia

    Super, vielen Dank!

  9. Kompasskalle

    Es glaubt doch wohl niemand im Ernst, dass durch die Löschung des alten Analytics-Profils auch die Daten auf den Google-Festplatten gelöscht werden. Wie blöd sind die Datenschützer eigentlich?

  10. Vua1sllfug

    Die einzige Gewinner in diesem blöden Spiel sind diese „parasiten“ Anwälten, die bestimmt ihrer Mahnungsmaschinerie schon eingesetzt haben. Wenn ich könnte würde ich alle diese legalieserte BETRÜGER gegen die Wand stellen… es geht leider nicht. Gibt’s eine Kammer oder irgendwas wo man bei mehrere Beschwerden, diese Typen die Zulasung entziehen kann. Das würde für ein besseres Bild des Berufes beitragen

  11. Maria Krueger

    @Vua1sllfug: Zugegeben, ich habe mich auch schon oft über die zahlreichen Anforderungen, die man als Websitenbetreiber erfüllen muss, geärgert. Insbesondere, wenn man nicht nur eine Seite, sondern auch einen Shop betreiben will, muss man neben dem Datenschutz ewig viele Gesetze berücksichtigen. Trotz dessen ist es so, dass wir die ganzen vielen Vorschriften nicht bräuchten, wenn es nicht so viele schwarze Schaafe gäbe, insofern bin ich ganz froh, dass man durch diese Einigung jetzt mal auch einen Schritt auf den Websitenbetreiber zu gemacht hat und man nicht mehr gezwungen ist, andere kostenpflichtige Systeme zu verwenden.
    Bezüglich der Abmahnanwälte gebe ich Dir Recht. Denen geht es m.E. nicht um den Schutz der User bzw. Kunden, sondern darum sich reichlich die Taschen vollzuhauen, bzw. durch aberwitzige Argumentationen hinsichtlich des Wettbewerbsrechtes den Konkurrenten ihrer Mandanten in die Knie zu zwingen . Sicher kann man sich bei der zuständigen Anwaltskammer beschweren, wenn man meint, dass einer „sein Amt“ missbraucht. Dummerweise handeln die meisten aber im Sinne des Gesetzes, so dass eine Beschwerde wohl kaum etwas bringt. Ich weiß nicht, wie es im Fall von Massenabmahnungen aussieht. Die zählen vor Gericht nicht viel, wenn rauskommt, dass der Anwalt sozusagen Abmahnspam betrieben hat. Aber auch hier glaube ich, passiert denen nicht viel. Wie gesagt, wenn Dich das wirklich interessiert, solltest Du dich mal mit einer Anwaltskammer in Verbindung setzen und nachfragen.

  12. Pingback: Google Analytics: Endlich legal in Deutschland nutzbar - Servaholics

Kommentare sind geschlossen.