Traffic schätzen: Geht das mit Alexa und Google Trends?

Man möchte gerne wissen, wie viel Besucher die Konkurrenz hat – aber darf (überraschenderweise) nicht in deren Google Analytics Statistisch schauen. Was tun? Meist sind dann Alexa und Google Trends die Tools der Wahl, um zumindest eine Schätzung vornehmen zu können. Aber: Sind die Zahlen dort in Ordnung?

Wir kennen die Statistik vieler Webseiten. Deshalb konnte ich schon immer sagen, dass die (wenn überhaupt) ableitbaren absoluten Zahlen von Alexa und Google Trends im Grunde völliger Quatisch sind. Aber relativ zur direkten Konkurrenz und im Zeitverlauf kann man damit schon etwas anfangen. Wie soll man das aber belegen, wenn man nicht gerade Kunden-Statistiken veröffentlichen will? Dabei soll uns nun das SEO-Unglück zweier Portale helfen: misterinfo.de und yigg.de. (Warum ich misterinfo mit einem „nofollow“ versehen habe, werden die meisten SEOs wissen…)

Beide Portale, darauf können wir uns vermutlich einigen, erhalten einen überwiegenden Großteil des Traffics von Google, und beide haben eine recht markante Vergangenheit in der Google Sichtbarkeit. Wenn man also deren Sichtbarkeit auf einen Zeitstrahl mit den Alexa- und Google Trends-Zahlen legt, sollte man zumindest Ähnlichkeiten entdecken. Sonst wären alle Tools purer Mist.

Tja, und so sieht das aus für Misterinfo:

misterinfo traffic

Sauber: Bis auf den Sichtbarkeits-Höhenflug im Herbst 2009 kann man alle Entwicklungen – wenn auch etwas gedämpft – schön verfolgen. Dass der Abschwung bei Alexa und Google Trends deutlich sanfter angezeigt wird als die Sichtbarkeit, hat systematische Gründe: Ein gutes Statistik-Tool zweifelt immer auch ein wenig an sich selbst und wird deshalb größere, abrupte Änderungen zum Teil ausblenden.

Ähnlich auch die Yigg-Kurven:

yigg traffic

Passt swoeit auch. Alexa hatte zwar entweder offenbar erst spät Wind von der Communty bekommen oder bei Yigg hat man sich im Januar 2009 überlegt, selber die Toolbar einzusetzen, damit die Taffic-Kurve bei Alexa besser aussieht. Eine Kurskosmetik, die gar nicht mal so unüblich ist… Das Ende der Sichtbarkeit von Yigg wird aber sehr gut angezeigt.

Das war ja eigentlich nur zu beweisen: Alexa und Google Trends können sehr wohl ganz gut die Traffic-Entwicklung von Webseiten anzeigen. Vielleicht ein zwei Warnungen aus meiner Erfahrung, was nicht so gut klappt:

  • Der Vergleich von Webseiten zueinander bei Alexa funktioniert wirklich nur, wenn diese inhaltlich sehr, sehr ähnlich sind. Vor allem bei deutschen Webseiten ist ein Vergleich im Grunde gar nicht zulässig. Denn Alexa ist und bleibt amerikanisch. (Vergleich auf Google Trends sind ganz in Ordnung)
  • Je größer die Seite, umso besser die Zahlen. Seiten mit weniger Traffic werden bei Google Trends erst gar nicht angezeigt. Und die Entwicklung bei Alexa ist völlig zweifelhaft.

Also dann: Viel Spaß mit Zahlen!

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentare (9)

  1. David

    Coller Vergleich, aber das wichtigste fehlt mir hier jetzt noch.
    Die meisten Leute wollen doch wirklich wissen wieviel Visits eine Seite hat.
    Ich würde zu den beiden noch IVW und Agof nehmen um ein Verhältnis von Visits (und Uniques)zu Alexa und Trends zu haben.
    Der google (doubeclick) Ad planner ist auch echt gut (vor allem, wenn die entsprechnde Seite Analytics nutz und das Häkchen zum Benchmark, bzw. der Datenfreigabe gesetzt hat).
    Wenn man also von einer Seite (eine gewisse größe sollte sie schon haben) die Visits abschätzen möchte kann man das über ziemlich viele Tools relativ genau schaffen.
    Trafficquellen gehen ja auch (mithilfe der Sichtbarkeit, Brandsuche Suchvoluemn bei Trends, bzw. im Keywordtool und bei News, sowie Adwordsnutzung) schon ziemlich gut.
    Meine Erfahrung ist, dass die Werte vom Ad Planner und Trends ca. 10-20% unter den wirklichen Werten liegen. Aber das liegt glaube ich auch da dran, dass die Toools alles ein bisschen mitteln und vorsichtig abrunden um nicht jeden Ausreißer zu zeigen.

  2. Eric Kubitz (Beitrag Autor)

    Hi David,
    klar, wenn eine Seite bei der IVW angemeldet ist, gehört das natürlich dazu. Allerdings haben wir da auch nur monatliche Zahlen. Und, äh, ich weiß zufällig, wie die der „kreativen Kurspflege“ unterliegen 😉

    AdPlanner: Klar! Ist sogar ziemlich klasse. Aber hat m.E. die gleiche Datenbasis wie Trends. Oder hast du da andere Erfahrung?

    Grüße eric

  3. David

    das stimmt natürlich was ivw manipulationen angeht…
    beim ad planner hat man halt noch ein paar zusätzliche zahlen zu trends (uniques auf länderebene, etc.)

  4. Stefan

    Alexa ziehe ich nur zu zusätzlichen Vergleichen hinzu, da man ja z.B. den Traffic-Rank ohne größere Probleme beinflussen kann.

  5. Pingback: Traffic mit Alexa & Co. abschätzen - SEO.at

  6. pare

    In der zweiten Grafik vergleichst du Alexa Reach mit Sistrix-Sichtbarkeit. Hierzu kann ich sagen, dass Alexa alle Zugriffe zählt (auch SEM) und Sistrix eben nur die Keyword-Rankings (SEO-Sichtbarkeit). Ein starker Anstieg bei Alexa, der nicht bei Sistrix nachvollziehbar ist läßt demzufolge auch auf das Zuschalten einer großen SEM-Kampagne schliessen und muss nicht zwangsweise mit einer Manipulation via Toolbar zusammenhängen (bei Yigg ist es aber wahrscheinlich so o.ä. gelaufen ^^).

    Praktisches Beispiel zum Angucken: kaufen.com – bei Alexa in den DE TOP1000 – Sistrix Sichtbarkeit bei 0,1. Schaust du dir dann die SEM-Keywords an (60T-80T), dann weiß du woher der Traffic kommt. Kaufen.com ist laut Sistrix der fünft größte SEM-Werbetreibende in DE.

    Beim Abschätzen des Traffics einer Seite, gerade via Alexa, sollte man also SEM nicht außer acht lassen. Sonst stimme ich dir zu. Mit einer Kombination der aufgezählten Tools bekommt man schon gute Traffic-Schätzwerte hin.

  7. Eric Kubitz (Beitrag Autor)

    Hey pare!

    Sehr richtig, danke für den Hinweis.

    Grüße
    eric

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