Brandwatch: Wie geht Social Media Monitoring richtig?

BrandwatchSocial Media Monitoring? Das ist was für SM-Schlampen – könnte man denken. Nach einer Einführung in das Monitoring-Tool von Brandwatch sehe ich das ganz anders. Hierauf sollten alle einen Blick werfen, die mit (aktuellen) Inhalten arbeiten. Also auch SEOs.

Was kann Brandwatch?

Auf einen Blick - alles. Und was fehlt, ist über einen Link zu erreichen.

Auf einen Blick – alles. Und was fehlt, ist über einen Link zu erreichen.

Stell dir vor, du interessierst dich für SEO. Und du möchtest darüber alles wissen, was aktuell veröffentlicht wird. Was tust du? Genau: Suchen. Und zwar nach „SEO“ oder „Suchmaschinenoptimierung“. Du schaust auf Google, in Facebook, in Twitter, auf News-Seiten, in Blogs, in Foren und so weiter. Und was tust du mit all diesen Informationen? Du filterst sie: Was ist wirklich aktuell? Gibt es positive Meinungen? Negative Meinungen? Welche Autoren sind hier wichtig? Um welche Sub-Themen geht es hauptsächlich?

Und am nächsten Tag fängt die Suche wieder an. Und mit viel Glück erfährst du montags, dass es am Samstag ein Google Update gab. Aber das kann dir mittlerweile auch egal sein. Denn seit du all diese Quellen liest, hast du eh keine Zeit mehr für deine Arbeit und dein Laden ist ohnehin pleite. Unter anderem auch deshalb, weil deine Kunden schlecht über dich geredet haben. Auf Facebook und Twitter zum Beispiel.

Na gut, das ist übertrieben. Aber es beschreibt, was Brandwatch für dich tun kann: das Web nach Themen und Marken überwachen. Und zwar aktuell und ziemlich ausführlich. Wir arbeiten gerade an einer inhaltlichen Recherche zu einem recht breiten Thema – und ohne Brandwatch wäre ich verloren. Echt.

Also, Brandwatch kann etwa dies:

  • aktuelle Inhaltsanalyse nach Suchbegriffen
  • historische Analyse
  • Filterung nach Orten, Autoren, Themen, Seitenarten u.s.w.
  • Sentiment-Analyse (positive und negative Äußerungen)
  • Influencer-Analyse (wer hat was zu sagen?)
  • Alerts

Den letzte Punkt „Alerts“ muss ich noch kurz erläutern: Du möchtest wissen, wenn für dein Thema „Google Update“ die Zahl der Kommentare sprunghaft ansteigt, oder ein bestimmter Autor dazu etwas schreibt? Brandwatch schickt dir genau in diesem Moment eine E-Mail…

Deshalb werden alle beobachteten Seiten in der Regel dreimal täglich besucht, Facebook und andere aktuelle Seiten etwa alle 15 Minuten. Wobei „Social Media Monitoring“ von Brandwatch ziemlich großzügig betrachtet wird: Der Crawler schaut bei weitem nicht nur Social Media Seiten an, sondern auch alle anderen Webseiten, die zu finden sind.

Funktioniert alles? Was fehlt?

Welche Autoren schreiben in meinem Thema? So eine Übersicht ist schnell erstellt und kann nach allen möglichen Kriterien gefiltert werden.

Welche Autoren schreiben in meinem Thema? So eine Übersicht ist schnell erstellt und kann nach allen möglichen Kriterien gefiltert werden.

Über die schnelle Performance war ich verblüfft. Selbst komplexe Filter-Anfragen werden schnell beantwortet. Interessant auch, dass man solche Anfragen schnell selbst zusammen basteln kann. Denn die Bedienung ist weitgehend intuitiv, alles ist irgendwie ein Link. Allerdings gibt es keine deutsche Lokalisierung, der Social Media Manager sollte also englisch können.

Was mir fehlt: Es gibt zwar viele Exporte, alle Tabellen kommen als (funktionierendes) Excel in den Download und alle Bilder als PNG oder JPG. Allerdings fände ich noch einen PDF-Export ganzer Dashboards ziemlich schick. Da bin ich von Searchmetrics ziemlich verwöhnt…

Neben der Analyse all der unstrukturierten Inhalts-Daten werden die gefundenen Seiten übrigens mit Backlinks, MOZrank und vermeintlichem Traffic/Monat bewertet. Nun, das könnten wir mit den Daten anderer Tool-Anbieter noch mächtig anfüttern. Schön wäre z.B. ein deutscher Sichbarkeitsindex per API oder die Link Research Daten. Aber das können wir ja immer noch per Excel erledigen.

Wer braucht diese Daten?

Nun, hätte ich ein größeres Unternehmen, würde ich mich ohne die Überwachung meiner Marke etwas unwohl fühlen. Ich denke, da wäre Brandwatch schon eine gute Idee.

Aber ich denke auch, dass ernsthafte SEOs, die sich mit ihren Themen wirklich auseinander setzen und über aktuelle, inhaltliche Bewegungen im Web informiert sein möchten, viel Freude damit haben.

Außerdem hilft das Tool auch, zu einem klaren Themengebiet die wichtigsten Autoren zu finden. Wozu, muss ich ja keinem mehr sagen…

Lohnt sich Brandwatch?

Ganz klar: ja! Allerdings gibt es auch ein „aber“: Die Preisliste beginnt bei 600 €/Monat. Und das mit einem Paket, das in großen, allgemeinen Themenfeldern wenig weit trägt. Denn abgerechnet wird nach beobachteten „Mentions“, also Fundstellen wie Tweets, Facebook-Kommentare und andere Quellen, die regelmäßig gesucht und gefunden werden.

Wenn du also nach „Google Update“ suchst und Brandwatch findet 100 Mentions dazu, kostet dich das „100“. Und im 600-€-Account sind 10.000 Mentions enthalten. Weitere können hinzu gekauft werden. Außerden unterscheiden sich die Accounts in der Länge der historischen Daten und die Dauer der Datenspeicherung.

Die drei, flexiblen, Preismodelle von Brandwatch.

Nutzer, Projekte, Dashboards, Sprachen u.s.w. sind bei allen Modellen gleich. Bei der Speicherung von Daten und den historischen Rückblicken gibt es allerdings Unterschiede.

Das Tool in der Übersicht

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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