Inhalte, Links, Trends finden: Der Trick mit dem Alert

Die besten SEO-Tools schenkt uns ja Google selbst. Man muss nur wissen, wie man damit umgeht und auch ein bisschen Arbeit rein stecken. In der vergangenen Woche wurde mehrfach die Alert-Funktion von Google empfohlen (z.B. SEOmoz). Für alle, die sich ein bisschen Zeit nehmen möchten, will ich das gerne ein wenig vertiefen.

Zunächst mal: Was sind Google Alerts?

Angemeldeten Usern bietet Google einen Zustelldienst für neue Seiten zu ausgewählten Keywords an. Ich gehe davon aus, dass sich jeder Leser hier über diese Google Alerts darauf hinweisen lässt, wenn  sein Name neu in den Suchergebnissen auftaucht. Das ist nichts ehrenrühriges oder eitles – sondern einfach nur eine vernünftige Schutzfunktion und der Einstieg in ein persönliches Reputations-Management. Aber mit den Alerts kann man einiges mehr anfangen.

Alerts einstellen

Denn mittlerweile können diese sehr genau dosiert und auf Wunsch präsentiert werden. Auf die unterschiedlichen „Typen“ gehen wir weiter unten ein. Damit ihr neben den Alerts noch ein weiteres Berufsleben haben könnt, empfehle ich bei „Häufigkeit“ immer auf „einmal täglich“ und auch nur die relevantesten Ergebnisse zu bestellen. Das ist etwas anderes, wenn man einen seltenen Namen hat wie ich. Dann kann man sich alles und das auch gleich bei Veröffentlichung zuschicken lassen. Aber das sind Sonderfälle 😉

Eine wirklich schöne Option ist für alle Google Reader-Leser (also alle, die regelmäßig ihre RSS-Feeds im Reader durchklicken), die Alerts dort einzubinden. Das hält das Postfach leer und ist auch eine hübsche Übersicht in die Vergangenheit.

Welche Alerts machen Sinn? Und wofür?

Da es die Typ-Einteilung nun mal gibt, gehen wir das doch in dieser Struktur einmal durch:

  • Alles: Das ist recht unspezifisch und dient natürlich am besten dem Reputations-Mangement. Auch bei der Optimierung auf Longtail-Keywords kann es Sinn machen. Aber wer will schon 10.000 Alerts einstellen? Deshalb wird das eine  seltene Einstellung sein. Ideal allerdings, wenn man nach Möglichkeiten sucht, Linkaufbau auf relevanten Seiten zu betreiben. Denn eine neue Seite für das geliebte Money-Longtail-Keyword ist eine wunderbare Quelle für ’nen Link. Und vielleicht ist der Autor des gerade erst fertig gestellten Artikels noch bereit, ein kleines Recherche-Ergebnis mit einzugeben? Oder lasst euch doch informieren, wenn eure härteste Konkurrenz mal wieder irgendwo aufgetaucht ist. Wer denen einen Link schickt ist für euch möglicherweise auch offen… Fest steht: Der Link käme nicht von einer Seite mit Penalty – denn dann hätte Google den Alert erst gar nicht auf den Weg gebracht.
  • News: Das ist noch mal eine ganz andere Sache. Denn wenn ein Thema auf Google News auftaucht, dann ist das ein prima Zeitpunkt, ein bisschen Inhalt hierfür zu veröffentlichen. Interessanterweise bekommt man mit dem Alert ja auch gleich einen ersten Recherche-Impuls mitgeliefert. Übrigens geht es hierbei nicht nur um ein bisschen Traffic aus dem Newsbereich – das Stichwort hierzu ist einer meiner Lieblingsfremdwörter im SEO: Query deserves freshness. Keine Ahnung, was das ist? Google ist dein Freund!
  • Blogs, Diskussionen: Das sage ich jetzt nur ganz arg ungern, aber der Vollständigkeit halber gehört das hier hin. Wenn in Blogs oder Foren irgendwo ein Begriff aus eurer Keyword-Liste auftaucht, ist die Seite möglicherweise ein Besuch wert, weil man ja dort etwas kommentieren könnte?
  • Echtzeit: Der Sinn eines täglichen Alerts über Twitterkommentare ist mir noch nicht ganz einleuchtend. Aber der Alert ist eine schöne Möglichkeit, nach dem eigenen Account zu schauen, wer einen so weiter empfohlen hat. Aber ich finde, da kann schon die Twittersuche mehr – von den vielen Twitter-Tools ganz zu schweigen. Na gut, um einen performanten RSS-Feed mit Echtzeit-Ergebnissen für eine Webseite zu generieren, ist das schon prima. Doch das wissen die Grey-Hats unter euch vermutlich besser.
  • Video: Du machst einen Promi-Blog? Dann willst du die neuesten Videos von Justin Bieber und Guido Westerwelle einbinden. Hier bekommst du sie kurz nach Veröffentlichung frei Haus.

Wer nun große Angst davor hat, von E-Mails überflutet zu werden – hat recht. Deshalb aufgepasst: Lasst euch die Alerts nicht auf euer Hauptmail-Konto schicken sondern nutzt dafür am besten eine eigene Googlemail-Adresse. Das hat auch den großen Vorteil, dass man diese Alerts mit ein paar cleveren Regeln sehr schön auf die Projekte, Keywords oder Kunden verteilen kann.

Und fertig ist das Google-Alert-Content-and-Backlink-Delivery-Tool 🙂

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentare (2)

  1. Domi

    Sehr interessanter Beitrag, das eröffnet neue Möglichkeiten. Danke dir für den Hinweis!

  2. Timo

    Gibt es Erkenntnisse darüber, wie Google Alert funktioniert? Ich meine ich habe aktuell die Konstellation, das bei Pressetexten in einem Google Alert immer die gleiche Webseite auftaucht (und die anderen nicht, da es ja der gleiche Text ist). Aber warum rotieren die Webseiten nicht? Und kann man das beeinflussen?

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