OnPage.org: Das SEO-Kamel muss durchs Nadelöhr

onpage.orgSEO ist nicht einfach! Echt! Das mag die einen ärgern und andere verleugnen das. OnPage.org geht mit der neuen Version „zoom“ einen dritten Weg: eine gut organisierte und geführte Navigation durch die gesamte SEO-Komplexität. Gelingt das überzeugend?

Sobald ein Webseitenbetreiber akzeptiert, dass SEO nicht nur aus Linkbuilding und Title-Tags besteht, hat er ein Problem: Er stößt auf eine schlicht unübersehbare Flut von möglichen Ranking-Faktoren – die schlimmerweise nicht einmal mit bloßem Auge zu erkennen sind. Woher soll man denn schon wissen, wie Google die eigene Seite sieht? Woran erkennen, welche Inhalte nicht unique genug sind? Und welche Seiten werden denn intern gut verlinkt, welche nicht?

Richtig: Mit bloßem Auge geht das nicht. Dazu braucht man einen Crawler oder einen Webservice, der für den Menschen nachschaut und die Ergebnisse übersichtlich sortiert und bewertet. Searchmetrics und Sistrix haben so etwas im Programm, Strucr und viele andere Tools auch. Deutschland hat sicherlich die höchste Crawler-Rate pro SEO-Kopf weltweit.

Das Problem ist: Wer soll das alles verstehen? Was fängt der Webseitenbetreiber mit all den Daten an? Fehler geben die Tools reichlich aus. Aber wo anfangen? Man kann monatelang daran arbeiten, jedem Hinweis nachuzugehen und jeden Bug zu fixen. Lohnt sich das? Oder die Energie doch lieber in guten Content und den Kontakt zu Botschaftern herstellen?

Ein Tool kann einem das nicht alles abnehmen. Doch der Ansatz von OnPage.org ist schon seit Start, möglichst gut strukturierte und kommentierte Daten so anzubieten, dass „normale“ Webseitenbetreiber damit umgehen können – aber auch die SEO-Profis davon profitieren. Mit der neuen Version soll alles noch besser, umfangreicher und verständlicher werden. Und, hey, es hat wirklich ZOOOOOOOOMMMMM gemacht!

Die Einstellungen: Mehr Daten, besser konfiguriert

Man, oder besser der Einsteiger, kann seine Domain eingeben und starten. Und zwar kann er nun endlich auch mehr Seiten crawlen als bisher. Das macht natürlich vor allem für größere Seiten Sinn. Erst nach 100.000 URLs muss nachverhandelt werden. Das ist echt ausreichend. Außerdem kann eine Seite nun auch verifiziert werden – was zu einer schnelleren Crawling-Rate führt.

Was aber noch viel genialer ist: Es lassen sich (vom Profi) unglaublich viele Einstellungen machen, die den Crawl betreffen. Sollen die Sitemaps gelesen werden? Wie schaut es mit Bildern aus (oder doch lieber mehr HTML-Seiten?) Soll die robots.txt beachtet werden? Oder möchtest du vielleicht eine robots.txt-Erweiterung? So, dass zum Beispiel ein Verzeichnis oder bestimmte Beitragsarten (die an der URL zu erkennen sind) nicht gecrawlt werden? Jepp, das funktioniert.

Das Bedienkonzept: (fast) intuitiv

So nett die Benutzerführung bei OnPage.org bisher war – der Schritt in eine bessere Übersicht und mehr Professionalität ist definitiv gelungen. Die Tabellen haben mehr Platz und sind deshalb auch umfangreicher, denn die Navigation ist an den oberen Rand gerutscht.

einstellungen onpage.org

Besonders genial sind die Filter. Alle Reports können nun auch hübsch auf die URLs reduziert werden, die relevant sind bzw. gerade betrachtet werden. Dafür gibt es einen Universal-Filter, in dem Segmente definiert und dann immer wieder abgerufen werden können. Der praktische Nutzen ist etwa, dass man z.B. Suchergebnisseiten (die ja naturgemäß nicht so dolle optimiert werden müssen, weil sie ja eh ein „noindex“ bekommen sollten) aus den Reports ausschließt. Wie das geht? Einfach das Segment definieren und mit einem Minus umkehren.

Das Problem dabei ist natürlich: Einsteiger werden es trotzdem schwer haben, die richtigen Seiten zu filtern – denn sie wissen ja noch gar nicht, was die richtigen Seiten sind. Aber das kann auch OnPage.org nicht ändern.

Selbst, wenn man den Eindruck hat, dass es bei dem Münchner Team rund um Marcus Tandler zwar eine Menge hervorragender Entwickler aber vermutlich ebenso viele „Erklärer“ gibt. Denn mit Hilfefunktionen und Einsteigervideos wird nicht gegeizt…

Ach, die Funktionen…

Es macht keinen Sinn, nun einen Funktions-Durchlauf durch das neue OnPage.org zu starten. Das würde uns beiden zu viel Zeit kosten. Deshalb ein paar Details, die mir aufgefallen sind:

vidualiser onpage.orgDer Visualizer ist genial! Hier wird die interne Verlinkungs-Struktur grafisch aufbereitet. Du kannst also sehen, ob es irgendwo klumpt und hierbei sogar einstellen, ob es sich um eingehende, ausgehende oder reziproke Links handelt. Sehr schick und gerade bei unübersichtlichen Seiten ist das sehr hilfreich. Hier, rechts, das Bild unserer CONTENTmanufaktur-Seite, die offenbar eher einfach gestrickt ist 😉

Reports können jetzt auch exportiert werden. Oder ging das vorher schon? Jedenfalls ist das eine sehr gute Funktion, denn manchmal sollen ja Seiten-Daten noch weiterverarbeitet werden. Etwa bei einem Matching mit Google Analytics o.ä.

A propos Snippets: Der Check, ob dieses auf wirklich allen Seiten eingebaut ist, ist von OnPage.org ja schon bekannt. Sehr schön ist aber, dass nun auch beliebige Snippets überprüft werden können. Auf diese Weise können auch andere Web Analyse Tools oder auch der Einbau von Social Snippets o.ä. überprüft werden.

wdf*idf onpage.org

WDF*IDF überall: Jede Seite wird nun auch auf WDF*IDF geprüft und die wichtigsten Keywords übersichtlich dargestellt. Das hilft vor allem bei der Frage, welche Seiten denn eigentlich für Keyword „XY“ schon ordentlich optimiert sind. Es geht hier also letztendlich um die interne Konkurrenz von Seiten. Das lässt sich sehr einfach durch ein Klick auf eines der Keywords einer Seite sehen. Eine für mich bislang noch nirgendwo gesehene aber sehr hilfreiche Funktion.

Passt das SEO-Kamel durchs Nadelöhr?

Ich könnte noch viel mehr zu den bekannten und neuen Funktionen von OnPage.org schreiben. Aber ich denke, das sollte man eh einfach mal ausprobieren. Knapp 100 €/Monat darf einem das SEO-Wohl seiner Seite schon wert sein.

Und ob es das Team geschafft, hat aus dem komplexen SEO ein Thema zu machen, dem sich auch Einsteiger annehmen können? Nun, ich würde sagen, Zoom ist so nah dran, wie es derzeit möglich ist. Vielleicht braucht es noch ein paar Tooltips und einige Erklärungen über die Relevanz der angezeigten Hinweise, also was denn  nun tatsächlich wichtig zu ändern ist und was nicht. Für meinen Geschmack geht das Konzept aber voll auf. Zwar habe ich nicht mehr die Einsteiger-Perspektive – aber ich denke ohnehin, dass SEO nicht nur mittels Tools bewältigt werden kann. Ein freundlicher Berater und Helfer wird die Lernkuve immer deutlich steiler machen können… OnPage.org ist dabei ein extrem guter Begleiter.

GD Star Rating
loading...
OnPage.org: Das SEO-Kamel muss durchs Nadelöhr, 4.8 out of 5 based on 8 ratings

Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

More Posts - Website - Twitter - Facebook - LinkedIn - Google Plus

Kommentare (4)

  1. CarstenFeller

    Was meiner Arbeitsweise besonders entgegenkommt, ist der nun auch aus den Listen erreichbare Inspektor (vorm. „Meine Inhalte“), den ich sehr häufig nutze. Der war in der alten Version nicht so gut eingebunden. Das neue Filtersystem ist wirklich klasse.

  2. DannyLinden

    Wow. vielen dank für die lieben Worte 🙂 Vielleicht noch ein kleiner Tipp für die Snippets:
    Angelegte Snippets können auch als Filter verwendet werden. Das is sehr praktisch wenn man z.b sowas wie Kategorie-Seiten nicht gut durch den URL Filter oder ähnlich identifizieren kann. Dann einfach als Snippet z.b eine eindeutige CSS Klasse aus dem Quelltext angeben und schon kann man easy die Seiten herausfiltern 🙂

    Gruß

  3. Pingback: PR Wochenrückblick KW26 – Die Highlights der Woche

  4. Pingback: Top 10 der Woche 26/14 - SEO-united.de Blog

Kommentare sind geschlossen.