Searchmetrics: SEO Analytics meets Business Metrics

Searchmetrics Searchmetrics macht seit Jahren „Search Analytics“, packt also die Erfolge von Suchmaschinenoptimierern in Zahlen. Das sind Sichtbarkeits-Indizes und Daten für Leute, die sich damit auskennen. Im aktuellen Release haben die Berliner echte Traffic- und Conversion-Zahlen in ihre Reports eingebaut. Ein, wie ich finde, gewagter Schritt.

Was können die Searchmetrics Suite und die Essentials nun mehr?

Vorab: Ich bin ein Freund von transparenten Daten und liebe es, diese in Excel mit anderen zu vermischen. Deshalb stehe ich längeren Verarbeitungs-Ketten im Big Data eher skeptisch gegenüber. Als ich gehört habe, dass Searchmetrics nun die Daten aus Google Analytics mit den eigenen Daten zu Conversion-Daten verketten will, nun da war ich skeptisch. Aber zunächst einmal dazu, was es Neues gibt:

Eine Menge mehr Daten im Forecast - plausibel errechnet.

Eine Menge mehr Daten im Forecast – plausibel errechnet.

1. Searchmetrics bietet einen Traffic Forecast – nur in der Suite (also nicht in den Essentials) und nur dann, wenn der Account mit einem Google Analytics oder mit einem SiteCatalyst Account verbunden ist. Dann vergleicht das Tool die Suchtreffer bei Google mit dem Traffic der über die Web Analyse gemeldet wird und errechnet daraus für alle meine Keywords ein Marktpotential plus einer Vorschau: Wie viel Traffic würde ich über meine Keywords bekommen, wenn ich dafür zum Beispiel auf Platz 3-5 ranken würde. Eine charmante Metrik.

conversion value forecast2. Der Conversion Value Forecast (wer lässt sich eigentlich solche Begriffe einfallen?) geht sogar noch einen Schritt weiter: Ich kann im Backend selbst meine Ziele definieren (also z.B. die Conversions, den Traffic oder die Summe der Warenkörbe) und meine Seite daran messen. Und auch einen Forecasts basteln nach dem Motto „Was wäre, wenn ich mit allen Keywords auf Platz 1 wäre?“. Oder auch „dynamische“ Annahmen wie „Was, wenn jedes meiner Keywords um eine Position nach oben springt?“.

Das sind – wenn es für alle eingegebenen Keywords gerechnet wird – recht unrealistische Annahmen. Aber durch das Kategorisierungs-System von Searchmetrics wird es auch möglich sein, zu errechnen, was passiert, wenn die Keywords der Kategorie XY nach oben klettern. Eine gute Idee, finde ich. Ist übrigens auch nur für die Suite-Nutzer – da auch hierfür eine Verbindung zur Web Analyse notwendig ist.

3. Und dann gibt es noch den Marktanteil, die Antwort von Searchmetrics auf die Diskussion zum Sichtbarkeits-Index: Hier geht es nicht um vermeintlich absolute Zahlen wie Visibility oder Sichtbarkeit sondern um relative Zahlen in einem Markt. Das folgende Bild zeigt den „gestapelten Marktanteil“ eines Kunden im Vergleich zu seiner Konkurrenz.

Klar zu erkennen, wer in diesem Keyword-Pool eine große Nummer ist und wie sich die Verhältnisse verschieben.

Klar zu erkennen, wer in diesem Keyword-Pool eine große Nummer ist und wie sich die Verhältnisse im Laufe der Zeit verschieben können.

Was ist daran nun anders als bei der Sichtbarkeit? Ich bekomme immer ein gutes Bild davon, wie es in meinem (!) Markt aussieht – also innerhalb der Keywords, für die ich gefunden werde. Unabhängig von einer Keyword-Auswahl, die ein Suchanalyse-Anbieter für den gesamten Pool vornimmt.

Funktioniert alles? Was fehlt?

Nun, alle Daten sind da und alles scheint zu funktionieren. Ein wenig komplex erscheint mir das Definieren von Zielvorgaben im Backend. Hier müssen für jedes Keyword eigene Ziele eingegeben werden, damit diese dann nachher auch im Frontend zu sehen sind. Das könnte für manchen Online-Marketer zu einer Heidenarbeit werden. Aber, nun ja, einer muss es halt machen.

Die eigentliche Frage ist doch: Machen diese Metriken Sinn? Und da ist meine Antwort: Ja, schon. Ich bin zwar, wie gesagt, skeptisch bei langen Datenketten. Aber da hinter den Berechnungen kein Voodoo oder irgendwelche kruden Algorithmen stecken sondern transparente Daten die von mir administriert werden können, ist das prima. Das einzige, was ich nicht im Griff habe, ist die Annahme, wie der Traffic steigt, wenn ich Positionen gewinne. Da werden wir wohl man genauer hinschauen müssen, ob die Berechnungen plausibel sind.

Nun: Ich bin mal gespannt, wie viele der Sichtbarkeits-Trolle hier einsteigen und ihre Ziele in Zukunft neu definieren. Denn in den vergangenen Monaten hat man ja ziemlich häufig gehört, dass die Sichtbarkeit Unfug sei und die Conversion oder der Traffic viel bessere Werte wären. Also, hier habt ihr die Metriken, nutzt sie. 🙂

Wer braucht diese Daten?

Da gibt es aus meiner Sicht zwei Zielgruppen:

  1. SEO-Agenturen, die für viele Kunden arbeiten, denen eine Reporting oder ein Forecast der Arbeiten in für sie geläufigen Zahlen wichtig ist. Diese Kunden können nun „bedient“ werden.
  2. Inhouse-SEOs, die gerne den eigentlichen Wert eines SEO-Projektes gegenüber der GF argumentieren möchten. Denn das geht mit klaren Euro-Zahlen natürlich recht bequem.

Lohnt sich die Search Analyse von Searchmetrics?

Das darf man natürlich nicht nur auf die neuen Metriken beziehen. Und, klar (siehe Disclaimer unten) bin ich der Meinung, dass die Investition in Searchmetrics sich lohnt. Die Suite spart Zeit, objektiviert die zu reportenden Zahlen und liefert viele Hinweise, wo man seinen SEO-Schraubenzieher ansetzen soll. Ich denke schon, dass ein SEO-Profi eine professionelle SEO-Suite braucht und Searchmetrics ist eine solche.

DISCLAIMER: Wir, also die CONTENTmanufaktur GmbH, sind Partner von Searchmetrics und bieten unseren Kunden die Searchmetrics Suite zu günstigen Konditionen an. Das tun wir, weil wir die professionellen Daten aus Berlin und deren Aufbereitung schon seit vielen Jahren lieben. Ihr solltet also wissen, dass ich diesen Beitrag voreingenommen geschrieben habe 🙂

Das Tool in der Übersicht

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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