SEO-CMS für die Webseite?

seo-cmsZu einer Webseite gehört heute auch die Google-Optimierung, das ist klar. Und wer mit vielen Seiten zu arbeiten hat, der wird dies mit einem Content Management System (CMS) tun. Auch klar. Oft passen diese beiden Anforderungen aber nicht zusammen – denn selbst wenn ein CMS Inhalte gut verwalten und darstellen kann, ist es für den SEO möglicherweise ein Sargnagel. Warum also nicht gleich ein SEO-CMS wählen?

Zwei sehr unterschiedliche Lösungen wurden mir da in den vergangenen zwei Wochen angeboten, und beide habe ich mir ein bisschen angeschaut. Beide Ansätze habe ich nicht ausführlich getestet – aber ich will eine sehr klare Empfehlung (am Ende des Artikels) geben.

1. SEO-Intellisense

seo-intellisenseSEO-Intellisense ist eine Lösung, die auf den professionellen Einsatz gedacht ist – jedenfalls verspricht das der Preis und auch das „Busshit-Bingo“ in der Ankündigung. Das meine ich gar nicht böse – aber die Begriffe XML, ASP, .net-Framework, SQL-Server kommen aus einer Highend-CMS-Welt, in der sich der gemeine Wald- und Wiesen-SEO normalerweise nicht aufhält. Da ich mit sehr vielen, auch sehr großen CMS-Systemen Erfahrungen sammeln durfte kann ich das beurteilen. Und ich muss leider sagen, dass mir die Architektur nicht behagt; da das aber ein Web-Service ist, kann mir das aber auch egal sein.

Die Preise gehen jedenfalls auch in Richtung „Professionalität“: Auf Anfrage erfahre ich, dass der monatliche Mietpreis für das System in der kleinsten Stufe bei 600 € beginnt. Das läst auf rechte hohe Kosten schließen.

Was bekommt man dafür? Das kann ich nun nicht so ganz genau sagen. Die Screenshots zeigen aber, dass es sich um ein sehr templatebasiertes System handelt, in dem neben den „normalen“ CMS-Funktionen auch noch einige SEO-Spezialitäten zu beeinflussen sind. Wobei, ist es denn wirklich eine SEO-Spezialität, wenn ich in meinem CMS die Meta-Tags vernünftig steuern kann?

Außerdem gibt es auch Statistiken für SEOs – und das dürfte wohl auch der größte Nutzen des CMS sein. Denn wenn das clever gemacht ist, kann ich von der Recherche eines Keywords bis zum Reporting einer darauf optimierten Seite alles unter einer Haube vereinen. Das wäre natürlich super.

Und  noch ein Vorteil: Wenn ich die Begrifflichkeiten (s.o.) korrekt verstanden habe, kann ich in SEO-Intellisense die produzierten Seiten auch auf Kundenservern (vermutlich zugeordnet über einen FTP-Account) veröffentlichen. Das ist für eine Agentur natürlich super-praktisch. Wenn ich dann trotzdem noch eine Übersicht (Statistik) über alle Projekte habe: Cool! Aber wie gesagt: Ich habe darauf noch kein Projekt gestartet, weil mir für einen ausfühlichen Test die Zeit fehlt.

seosamba

2. SEOSamba

Der Ansatz von SEOSamba könnte im Geschäftsmodell und der Architektur nicht unterschiedlicher sein: US-amerikanisches Understatement mit dem Ziel aufs Massengeschäft. 99 Dollar/Monat und die Agenturlösung ist fertig.

Allerdings muss man sich mit weniger Bullshit-Bingo, einer eher zerfransten Optik und einem etwas zusammengeflickten Konzept bescheiden. Unter Statistik erscheinen plötzlich Google-Analytics-Zahlen und auf die Google Webmastertool hilft ein Frame… Das  macht mich mehr nervös als dass es mir hilft – da ich selber ganz gut weiß, wie ich zu den Webmastertools komme…

Auch bei SEOSamba wird mit Templates gearbeitet – es liegen einige zur Auswahl bereit – diese können auch angepasst werden. Dazu muss man allerdings auch einige Variablen lernen – ich denke, das ist eher etwas für Coder.

Hier ist die Spezialität des SEO-CMS ein Abrechnungsmodul sowie die Möglichkeit, Seiten per FTP auf anderen Servern abzuladen. Sogar mit Domains kann gearbeitet werden. Auch das sieht sehr vernünftig aus.

Alternativen: WordPress, Typo 3 oder InterRed & Co

Wer InterRed nicht kennt: Das ist ein sehr großes CMS, mit dem es möglich ist, auch wirkliche Traffic-Tanker wie z.B. Chip.de zu managen. Ich führe es hier auf, weil ich aus dieser Liga der Content Management Systeme InterRed am besten kenne (und auch sehr schätze).

Also, die Frage ist: Schaffen wir nun WordPress und InteRed ab und stürzen uns auf die SEO-CMS? Dann haben wir Googleoptimierer ja alle Statistiken und Abrechnungsmodelle möglicherweise schon unter einem Hut – und brauchen keine herkömmlichen System zu verbiegen. Ich denke: Nein!

Es gibt vermutlich kein SEO-freundlicheres CMS als WordPress und aus Typo3 kann man machen, was man will. Und InterRed als Beispiel hat die Eigenschaft wirklich große Seiten verwalten zu können. Mit anderen Worten: Diese CMS-Systeme machen Sinn, denn sie sind in vielen Jahren gewachsen und wurden hinsichtlich Benutzerführung, Contentverwaltung u.s.w. massiv optimiert. Man muss sie manchmal in Richtung SEO-CMS aufbiegen – aber dann sind sie für ihren Einsatzzweck nahezu optimal.

Mein Tipp deshalb: Schuster bleib bei deinen Leisten

Ich möchte damit sagen, dass SEO sehr wichtig ist – aber nicht alles. Wenn ich ein einfach zu handhabendes Mini-CMS suche, werde ich WordPress korrekt aufsetzen. Wenn ich für einen Verlag eine Webseite zu bauen habe, dann ist vermutlich InterRed die richtige Wahl.

Und, ja, wenn ich als Agentur einige Landingpages für Kunden erstelle oder wenn ich einen ganzen Sack voller MFA-Sites verwalten möchte – dann sollte ich mich mit SEO-CMS-Systemen wie SEO-Intelisense oder SEOSamba beschäftigen. Aber nur dann. Dann können mir diese Systeme eine Menge Zeit und Nerven sparen und ich muss nicht mit Dreamweaver, FTP-Accounts uns Template-Archiven jonglieren.

Und würde ich eher zu SEO-Intellisense oder zu SEOSamba raten? Um ehrlich zu sein, ist mir SEOSamba irgendwie sympatischer – aber die Funktionen von SEO-Intellisense erscheinen mir dann doch deutlich umfang- und ausreichender. Mmmm, schaut euch das lieber selber an…

Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book. Jetzt schreibt allerdings mehr auf dem Contentman

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