Themenseiten im WordPress: Fünf Schritte, um mit Tags zu ranken

So genannte Themenseiten sind für aktuelle News-Seiten wie SZ und Spiegel ein SEO-Segen. Denn damit kann man auch für Shorthead-Keywords wie „US Präsidentschaftswahl 2012“ prima ranken – obwohl man dafür mehr als nur ’ne News braucht. Mit WordPress lassen sich diese Seiten auch prima bauen. Und zwar mit: Aktuellen Themen, dem Tag-System und ein wenig Indexierungs-Geschick.

1. Die Themenauswahl

„Tags“ stehen im Verdacht, weder von Usern noch vom Google Robot gemocht zu werden. Doch das ist nur dann der Fall, wenn man sie massenhaft über der Seite ausschüttet. Wer planvoll vorgeht und die Übersicht behält (hierbei hilft etwa das Plugin Simple Tags), welche Tags gesetzt sind, hat damit eine gute Grundlage für die Themenseiten.

Obacht: Man sollte sich von Anfang an darüber im Klaren sein, welche Inhaltsdimensionen dafür sinnvoll sind und es sollten nur Tags verwendet werden, für die im Laufe der Zeit immer wieder neue Beiträge erscheinen. Es reichen häufig zwanzig bis vierzig Tags pro Website.

Und eines sollte man unbedingt vermeiden: Den gleichen Begriff als Kategorie und als Tag. Das macht erstens keinen Sinn und zweitens macht das Ärger, weil man sich damit selbst Konkurrenz und Duplicate Content produziert. (Aber, übrigens: Die Erstellung von Themenseiten aus den Kategorien geht in WordPress ähnlich…)

2. Den Pfad anpassen

Schnell mal die URL-Basis ändern…

In WordPress passen wir die URL-Basis der Tags unter Einstellungen/Permalinks an. Ich finde z.B. „themenseite“ passend. Doch da sollte jeder selbst kreativ sein. Beachten: Zwischen Tags und Kategorien müssen die Begriffe unterschiedlich sein.

3. Inhalt ins Template einbauen

Themenseiten benötigen eigenen Inhalt. Es reicht nicht (in Zahlen: „0“) wenn einfach nur Beiträge aggregiert werden. Es ist zumindest für Shorthead- und Midtail-Keywords sinnvoll für diese Seiten einen eignen Text zu erstellen und diesen auch mit Bild einzubauen.

Wer mit Thesis, Genesis oder einem anderen modernen, gut gebautem Theme arbeitet, kann diesen Absatz überspringen. Ältere Themes oder schnell zusammen gebastelte Layouts müssen an den richtigen Stellen noch vorbereitet werden:

  • Dort, wo nachher die Themenseiten-Headline stehen soll, muss im Template (single_tag_title())  stehen. Idealerweise je nach Rest des Templates mit einem h1 oder h2.
  • Darunter dann Tag-Beschreibung (tag_description()) mit einfachem Text – vielleicht gefettet?

4. Tags „füllen“

Dorthin kommt (meist) der Text.

Die Inhalte werden beim Erstellen (oder Editieren) der Tags in die Beschreibungs-Felder eingefügt. Hier müssen dann die Kollegen z.B. mit Frameworks wie Thesis aufpassen: Meist fügen diese Themes eigene Felder ein. Es kann also sein, dass der Inhalt in ein anderes Feld muss. Das sollte man einfach ausprobieren.

Was es leider nicht gibt in diesen Feldern: einen WYSIWYG-Editor. Deshalb sollte, wer sich damit beschäftig, ein wenig HTML beherrschen. Für Fettungen und Listen z.B.. Und wer Bilder darin verwenden möchte (und das sollte man wollen) muss diese entweder per FTP in einen eigenen Ordner hoch laden – oder sie aus anderen Beiträgen holen und per img-Tag einbauen. Es ist also Handarbeit angesagt.

Es sei denn, man verwendet das Rich-Text-Tag-Plugin. (Danke Julian!)

5. Indexierung klären

Nun gilt es die Indexierung der Tag-Seiten zu klären. Diese werden ja häufig mit „noindex“ gesperrt. Das wollen wir nicht. In den entsprechenden Plugins (viele werden ja Yoasts WordPress SEO einsetzen) sollten folgende Regeln eingestellt werden:

  • Tagseite „normal“ indexieren lassen.
  • Folgeseiten auf „noindex,follow“
  • Alle Links auf die Themenseiten NICHT auf „nofollow“ (das kann man etwa in Thesis einstellen)

Kontrollierter Aufbau

Wichtig dabei ist, dass die Themenseiten auch für den User Sinn machen und von ihm genutzt werden können. Wer etwa, wie oben als Beispiel verwendet, die Präsidentschaftswahl in den USA als Themenseite erstellen möchte, könnte darin das Datum und das Wahlverfahren kurz anreißen – und dann auf die jeweils aktuellen Beiträge verweisen.

Übrigens: Zu lang sollte der Text nicht sein – denn da er sich meist über den Beiträgen befindet, nimmt er dann die Sicht auf die aktuellen Entwicklungen. Es sei denn, man hat im WordPress-Template den Titel und die Beschreibung des Themenseite z.B. in der Randspalte eingefügt. Aber das ist dann etwas schwieriger…

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentare (8)

  1. Julian

    Hi Eric!

    Super Post, vielen Dank! Die URL Basis („/themenseite/“) würde ich allerdings komplett weglassen, damit man eine flachere Ordnerstruktur bekommt. Geht beim Yoast Plugin.
    Außerdem gibt es Plugins, mit denen man auch bei der Tag Beschreibung einen WYSIWYG Editor anzeigen lassen kann, z.B: http://wordpress.org/extend/plugins/rich-text-tags/

  2. eric108

    Danke Julian! Großartig, das Plugin hatte ich noch nicht auf dem Schirm. Habe ich gleich eingebaut.

  3. Max

    Ich würd da eher das Plugin WP No Tag Base nehmen und die Tag seiten in Form von Seiten agieren lassen.

    Ansonsten geh ich mit dem Artikel 100 % konform.

  4. Chris Schulz

    Sehr schön zusammengefasst, kann man viel draus machen. Wenn man sich auf wenige gepflegte Tag-Seiten beschränkt und diese auch intern gezielt als Themen-Seiten einsetzt und verlinkt. Um tag-Wildwuchs zu vermeiden gibt es Plugins wie „Manage Tags Capability“ – das nur bestimmten Benutzerrollen das Hinzufügen neuer tags erlaubt.

  5. Pingback: SEO mit Links – Wochenrückblick KW23: IPv6, Link-Explorer von Bing und Infografiken — Linkwissenschaft

  6. Pingback: Wieviele Tags sollte ich in meinem Wordpress Blog verwenden?

  7. DirkZehrt

    Toller Artikel, der mich mal ermuntern meine Tags aufzuräumen. Eine Frage die mich beschäftigt: Wenn ich nun aus einigen relevanten Tags zu denen es reichlich Content gibt Themenseiten mache, da produziere ich doch aber immer DC oder nicht? Der Artikel ist ja dann noch einmal mehr verfügbar…nicht?
    Liebe Grüße, Dirk

  8. eric108

    Hi, 
    im Prinzip schon. Allerdings hast du ja auch eine Enführung und nur den Teaser auf den eigentlichen Beitrag. Deshalb kann sich das schon lohnen. 
    eric

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