Fabian „SEODay“ Rossbacher über neue Domains, didaktisches Lernen und was bei Google funktioniert

seodayAuch in diesem heißen SEO-Herbst gibt es wieder zwei deutschsprachige Konferenzen, die SEOhausen aufschlauen. Fabian Rossbacher veranstaltet eine davon, den SEODay in Köln (23. Oktober 2015), und erzählt über das, was bei Google heute funktioniert – und was nicht.

Eric Kubitz: Fabian, der SEO-Day geht in diesem Oktober in die vierte Runde. Die Organisation eines solchen Events ist schätzungsweise erheblich. Wie viel SEO bist du noch und wie viel Veranstalter?

Fabian Rossbacher: Hallo Eric ich arbeite gefühlt zwei Monate im Jahr wirklich nur für die Konferenz. Dabei gibt es natürlich sehr viele Organisationsaufgaben.

Meine Freundin Julia nimmt mir aber seit letztes Jahr unglaublich viele Aufgaben ab, sodass ich mich auf Marketing konzentrieren kann.

Dieses Jahr habe ich zum Beispiel den Website Relaunch, das SEO-Job Portal, Relaunch des SEO-Branchenbuch, Umstellung auf den Google-Tagmanager, Integration von Leadpages und die Integration unseres Emailmarketing-Systems mit einer User-Centric Ausrichtung abarbeiten können.

Wie Du siehst, sehr viel Onlinemarketing und natürlich immer in Verbindung mit SEO. Links baue ich nicht mehr viele, weil die Domain eigentlich schon genügend hat.

Ich beobachte aber immer wieder mit Staunen wie sich einige Kollegen für „SEO Firma Ort“ über mich legen und schaue mir die Links an.

Alles wie im Jahr 2007, manchmal denke ich Google hat sich in einigen Teilen gar nicht entwickelt.

Fabian Rossbacher in gewohnter Umgebung: Der SEODay findet tatsächlich im Kölner Fußballstadion statt. Coole Location!

Fabian Rossbacher in gewohnter Umgebung: Der SEODay findet tatsächlich im Kölner Fußballstadion statt. Coole Location!

Meinst du echt? Was könnte sich denn in den vergangenen 8 Jahren bei Google verändert haben?

Was man ganz klar erkennen kann ist, dass Google Marken einen Bonus gibt. Generell ist dies auch keine schlechte Strategie, macht es aber im SEO schwer für neue Firmen die eigentlich eine besser Preis/Leistung haben.

Was ich auch beobachte sind Rankings, die ohne viele Backlinks auskommen und sich in den Top 3 festsetzen. Ich war bereits im Jahr 2011 ein Gegner der Social-Signals-Ranking Faktor Theorie, kann mir teilweise einige Rankings aber nicht anders erklären. Ich vermute, dass Google einfach testet.

Sie spielen mal die eine oder die andere Strategie und beobachten dann die User-Signals. Eigentlich ganz einfach, oder?

Macht es für uns SEOs nur unheimlich schwer, den Algo im Ganzen zu verstehen.

Ich schätze, das ist Google egal, oder freut die Kollegen in Mountain View geradezu. Was denkst du von der Möglichkeit, dass Google schlicht das Besucherverhalten misst – und so lange eine Seite bei den Usern „funktioniert“, bleibt sie halt auf der Position. „Funktionieren“ könnte ja die CTR und die Verweildauer sein.

Wenn ich ich mit Neulingen über SEO spreche mache ich gerne ein Spiel. Das Spiel funktioniert so, dass einer in der Gruppe Google spielt.

Die anderen teile ich in 2 Gruppen auf. Beide Gruppen müssen google davon überzeugen, dass sie die beste Website sind.

Häufig kommen Argument wie: „Wir sind die besten“, „Wir haben die leckersten Produkte“, „Wir sind ein guter Arbeitgeber“ etc. als Argumente.

Irgendwann verstehen die Teilnehmer, dass sie Google nur überzeugen können, wenn sie für den User das beste einen Mehrwert bieten.

Lustigerweise entscheidet die Google-Person automatisch immer im Sinne des Users. Am Ende löse ich alles auf und jeder in der Gruppe versteht wie Google mit hoher Wahrscheinlichkeit ticken muss.

Meine Antwort auf Deine Frage lautet also: Klaro, wenn eine Website vom User durch User-Signals für gut befunden wurde darf sie oben bleiben.

Ganz schön didaktisch! Und trotzdem erwartet die Branche offensichtlich Konferenzen mit Themen wie „Wie bekomme ich den Link von einer Zeitung“ oder „7 SEO Tricks, die du garantiert noch nicht kennst“. Würde es nicht reichen, wenn wir alle einfach nur echt supergute Seiten für User machen würden?

„Super geile Seiten“ sind definitiv der Schlüssel. Mit einer guten SEO-Operative und Hilfsmitteln aus der Trickkiste geht es noch schneller.

Die Mischung macht es wie fast überall im Leben.

Ah, verstehe. Dann öffne doch mal deine eigene Trick-Kiste ein bisschen: Auf was achtest du, wenn du mit einer nigelnagelneuen Domain ein neues Projekt startest ganz besonders?

Die Domain ist heute gar nicht mehr so wichtig. Früher habe sehr stark auf Domainage und Domainpop geachtet, aber heute mache ich mir in der Tat mehr Gedanken um Content. Bevor ich mit einem Projekt starte überlege ich, ob man zum Beispiel gute Contentaktionen machen kann.

Ich habe zum Beispiel eine Segelseite gestartet und produziere Inhalte wie man sich Knoten leichter merken kann. Früher hätte ich mich darauf konzentriert, wo man ich Links günstig einkaufen kann. Das hat Google in der Tat geschafft.

Offensichtlich hat sich SEO also aus der Linkbuildiing+Technik-Ecke befreit und wir werden mehr zu, äh, Webseiten-Marketern und sind weniger „Trickser“. Allerdings gibt es noch viele, die darauf bestehen, dass die alten Tricks noch funktionieren. Kannst du das bestätigen? Kann man das vielleicht am Thema festmachen?

Ohne Backlinks gehts natürlich nicht. Ich baue die Links mittlerweile aber anders. Ich kaufe und tausche nicht mehr. In 2011/2012 konnte man noch sehr schön Zeitungsartikel kaufen, die haben gezogen wie Hölle. Ich setze zwischen zwei bis drei Links pro Projekt in einem Monat. Mehr nicht.

Lass uns jetzt mal nicht mehr von eigenen Projekten sondern von Agenturarbeit sprechen. Du berätst ja auch Kunden. Was sind aus deiner Erfahrung heraus die größten Schwierigkeiten für ein Unternehmen, wenn es um die Sichtbarkeit bei Google geht? Ist es die Technik? Unverständnis für Content? Oder gar die Organisation?

In den letzten drei Jahren habe ich drei Beratungsmandate angenommen. Bei allen hat sich eigentlich immer als Wurzel allen Übels die IT herausgestellt. Entwickler atmen nur sehr selten SEO-Luft. Das ist extrem schade, weil sie alle Onpage-Zügel in der Hand halten.

Ich habe deshalb in diesem Jahr den SEOCodeDAY ins leben gerufen. Jede Company tut gut daran ihre Entwickler zum SEOCodeDAY zu schicken und sie mit anderen SEOProgrammierern in einen Raum einzuschließen. Ziel ist es, dass alle danach in SEO denken.

Sehr schöner Übergang. Ich gehe davon aus, dass du eh der Meinung bist, dass jeder die halbe Belegschaft zum SEODay nach Köln schicken sollte. Aber mal davon abgesehen: Wer sollte sich eher für den SEODay statt für die SEOkomm, die SMX oder die SEO Campixx entscheiden?

SEO ist für mich eine elementare Baststrategie für jedes Business bei dem Kunden online suchen. Unsere befreundeten SEO-Only Konferenzen Seokomm und Campixx sind ebenfalls super. Ich selbst würde mich für die Konferenz entscheiden die in der Nähe ist oder alle drei besuchen.

So sehe ich das auch. Vielen Dank für das Interview, Herr Roßbacher

Ach, noch was: Ich habe vor wenigen Tagen den SEO-DAY Club ins Netz gestellt. Hier kann man ausgewählte Vorträge und Folien aus den Vorjahren herunterladen. Der Club wird noch ausgebaut. Es lohnt sich 🙂

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Eric Kubitz

Eric Kubitz ist einer der Chefs der CONTENTmanufaktur GmbH . Außerdem ist er Redner auf Konferenzen, Dozent bei Hochschulen, schreibt über SEO (und über andere Dinge) und ist der Chefredakteur des SEO-Book.

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Kommentar (1)

  1. kastrioti92

    Online <a href=“https://swissconcept.com“>Marketing</a>
    ist der richtige Weg wenn Sie erfolgreich Sein wollen wir haben gute Erfahrungen mit dass und eine gute positionierung bei Google ist wichtig, wenn Sie um eine Menge von Klicks auf Ihre Seite haben wollen

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