SEO Check Teil 1: „Meta-Angaben“ – Title-Tag, Meta-Description & Co.

SEO ist keine exakte Wissenschaft, ändert sich ständig und ist fürchterlich komplex. Was beim Optimieren einer Seite aber hilft, sind ein ordentliches Grundwissen und ein guter Plan. In unserer Serie SEO Check geben wir den Lesern die Möglichkeit, uns (also der CONTENTmanufaktur) ein bisschen über die Schulter zu schauen. Wir veröffentlichen eine reduzierte, aber hoffentlich gut verständliche Version unserer Analyse-Liste.

SEO-Berater und Autor Christoph Baur arbeitet sich hierfür durch alle wichtigen Kategorien der Google-Optimierung und erklärt, an welchen Punkten Aufmerksamkeit angebracht ist.

Leider trifft man immer noch so manchen Hobby-SEO, der unter dem Begriff „Suchmaschinenoptimierung“ einzig und allein das Vollstopfen Füllen der Meta-Keywords mit möglicherweise viel gesuchten Begriffen versteht. Tja, wenn das so einfach wäre….

Aber das ist auch ein guter Grund für uns, unsere SEO-Check-Serie mit dem Kapitel „Meta-Angaben“ zu starten.

Was sind „Meta-Tags“?

Wer mit seinem Browser im Internet surft, hat eine vollkommen andere Sicht auf die von ihm besuchten Webseiten, als der Google Bot. Während wir schön formatierte, mit Bildern und Farben verzierte Webseiten gewohnt sind, nimmt der Google Bot eine Seite über den programmierten Code wahr. Dieser enthält neben den Texten und HTML-Befehlen auch sogenannte Meta-Angaben bzw. Meta-Tags, welche für den User nicht sichtbar sind. Der Google Bot hingegen sieht sich diese Meta-Angaben teils sehr genau an, einige davon fließen sogar in den Algorithmus ein und haben eine Relevanz für das Ranking der Seite.

Die seo-relevanten Meta-Tags

  1. Title-Tag: Der Title-Tag gehört mit Sicherheit zu den wichtigsten Faktoren überhaupt. Außerdem ist er Bestandteil des Snippets in den Suchergebnisseiten und hat damit direkten Einfluss auf die Durchklickrate der Suchenden.
    • Der Title-Tag sollte in einem Satz den Inhalt der Unterseite beschreiben.
    • Jede Unterseite sollte ihren eigenen, einzigartigen Title-Tag haben.
    • Der Title-Tag sollte das Hauptkeyword der (Unter-)Seite enthalten. Dieses sollte möglichst weit vorne platziert sein.
    • Der Title-Tag sollte nicht länger als etwa 66 Zeichen sein und neben dem Hauptkeyword je nach Art der Seite auch wichtige Nebenkeywords, den Brand oder einen Call-to-Action enthalten.
  2. Meta-Description: Bei der Meta-Description handelt es sich um kein direktes Rankingkriterium. Allerdings kann sie als „Werbeplatz“ in den Suchergebnissen verstanden werden, da sie von Google häufig für das Snippet herangezogen wird. Dazu sollte sie das Keyword der Seite enthalten. Die Meta-Description sollte also keinesfalls vernachlässigt oder unterschätzt werden, da sie großen Einfluss auf die Durchklickrate haben kann.
    • Die Meta-Description sollte eine kurze Beschreibung der (Unter-)Seite enthalten und so geschrieben sein, dass der Leser neugierig wird.
    • Jede Unterseite sollte ihre eigene, einzigartige Meta-Description haben.
    • Damit Sie in den Suchergebnisseiten als „Teaser“ angezeigt wird, sollte sie das Keyword der Seite enthalten.
    • Die Meta-Description sollte nicht länger als 155 Zeichen sein.
  3. Meta-Keywords:Die Meta-Keywords sind für das Ranking in den Google Suchergebnissen nicht relevant und könnten daher auch weggelassen werden. Wer die Meta-Keywords etwa mit Hinweis auf andere Suchmaschinen oder zur Organisation der Inhalte im CMS dennoch einsetzen möchte, sollte folgende Punkte beachten:
    • In den Meta-Keywords sollten keine Wörter enthalten sein, die nicht im Text der Seite vorkommen.
    • Außerdem sollte mit den Keywords nicht übertrieben werden. Wir empfehlen nicht mehr als 10 Keywords in den Meta-Keywords anzugeben.
  4. Robots-Metatag: Beim Robots-Metatag handelt es sich um eine Anweisung für den Crawler. Damit die Seiten von Google & Co. indexiert werden können, sollte das Tag grundsätzlich auf „index,follow“ stehen bzw. weggelassen werden. Das Weglassen des Tags entspricht der Grundeinstellung „index,follow“. Seiten, die nicht für den Index vorgesehen sind (z. B. die Druckversion einer Seite, der Warenkorb, Seiten aus einer Blendet Search oder einer Paginage etc.), sollten je nach Struktur und Umfeld bzw. Strategie mit „noindex,follow“ bzw. „noindex,nofollow“ gekennzeichnet werden.
  5. Canonical-Tag: Mit dem Canonical-Tag kann dem Suchmaschinen-Crawler auf Seiten mit kopierten bzw. identischen Inhalten die eigentliche Quellseite mitgeteilt werden. Dadurch kann beispielsweise verhindert werden, dass Seiten mit identischen Inhalten, die sich nur durch einen Parameter in der URL unterscheiden in den Index gelangen. Außerdem „bündelt“ man damit Links von außen, die möglicherweise z.B. wegen eines Feedreaders Parameter enthalten.
    Wir empfehlen im Canonical-Tag die URL anzugeben, die auch dem User bzw. der Suchmaschine in Form von Navigationslinks kommuniziert wird. Die kanonisierte URL sollte nur in Ausnahmefällen von der öffentlich kommunizierten URL abweichen.
    Seit kurzem unterstützt Google nun auch Canonical-Tags im HTTP-Header. Das ist vor allem für diejenigen interessant, die ihre Inhalte zusätzlich(!) auch als PDF oder Word-Dokument veröffentlichen. Mehr dazu im Beitrag Links auf PDF-, PPT-, Word- und andere Dokumente per Canonical verwalten von Eric.
  6. Meta-Refresh: Der Refresh-Meta-Tag wurde früher häufig dazu verwendet, Besucher automatisch auf eine andere Seite weiterzuleiten. Dazu werden im Refresh-Meta-Tag die Ziel-URL und die gewünschte Zeitspanne angegeben, nach deren Ablauf weitergeleitet werden soll (z.B. 0 Sekunden). Auch heute noch wird dieses Meta-Tag häufig für diesen Zweck verwendet. Das ist jedoch Unsinn! Wir empfehlen Seiten stattdessen mit einem 301-Redirect weiterzuleiten, wenn deren Inhalte dauerhaft unter einer neuen URL erreichbar sein sollen. Handelt es sich um eine temporäre Weiterleitung, so sollte mit einem 302-Redirect gearbeitet werden.
  7. Sprache: Mit dem Meta-Tag „language“ oder „content-language“ kann die Sprache der Seite eingestellt werden. In der Regel ist das gar nicht notwendig, erst bei einem internationalen Einsatz der Seite, sollte hierauf (in Verbindung zu den korrekten Einstellungen im Google Webmaster Tool) Aufmerksamkeit gelegt werden.
  8. NOODP, NOYDIR: Manche SEOs empfehlen, mit diesen Meta-Tags zu vermeiden, dass Google sich Informationen auf Verzeichnis-Seiten zur Beschreibung holt, wenn er nichts auf der Seite findet. Da wir empfehlen, gute Informationen auf der Seite und in den Meta-Angaben zu präsentieren, halten wir das für unnötig und raten von der Verwendung dieses Meta-Tags ab.

Fazit: Lieber zu wenig Meta-Angaben als zu viel

Es gibt noch hunderte weitere, mögliche Meta-Tags – die aber meist wenig mit der Optimierung von Seiten für Google zu tun haben. Oder die, wie etwa „expires“, nur in Spezialfällen zum Einsatz kommen (sollten). Das Problem ist nämlich, dass man mit falschen Meta-Angaben den Robot auch verwirren oder gar verärgern kann. Und das wollen wir ja auf keinen Fall. Für den Einstieg sollte es deshalb mit den oben genannten Meta-Tags genug sein.

Hier eine Übersicht über alle Teile unserer „SEO Check“-Serie:

  1. Meta-Angaben
  2. HTML-Code
  3. Domains & URLs
  4. Technik
  5. Content
  6. Webseiten-Struktur
  7. Backlinks


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Christoph Baur

Ich bin Head of SEO Consulting bei der Catbird Seat GmbH und Lehrbeauftrager für das Fach Search Engine Marketing in der Hochschule Augsburg. Zuvor war ich Head of SEO bei der CONTENTmanufaktur GmbH. Wer mich erreichen will, kann dies per E-Mail (info@christoph-baur.de) oder über mein Google+-Profil tun.

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