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Data Highlighter: Strukturierte Daten ohne Programmierung – damals und heute

Aktualisiert im Oktober 2026. Dieser Beitrag erschien ursprünglich 2013 und wurde für den heutigen Stand komplett neu geschrieben: mit einer Einordnung, welche Rolle der Data Highlighter heute noch spielt, und den besseren Alternativen für strukturierte Daten.

Anfang 2013 tauchte in den damaligen Google Webmaster Tools ein Werkzeug auf, mit dem SEOs strukturierte Daten per Mausklick markieren konnten, ganz ohne Eingriff in den Quelltext. Das war ein kleiner Durchbruch, denn bis dahin führte jeder Weg zu Rich Snippets über die Entwickler. Hier liest du, wie der Data Highlighter funktioniert, was Google heute selbst dazu sagt und wie du strukturierte Daten 2026 ohne Programmierkenntnisse umsetzt.

Was der Data Highlighter macht

Der Data Highlighter ist ein Werkzeug in der Search Console, das früher Teil der Webmaster Tools war. Das Prinzip:

  1. Du gibst die URL einer typischen Seite ein, zum Beispiel einer Veranstaltung oder eines Produkts.
  2. Die Seite öffnet sich in einem Editor. Dort markierst du mit der Maus einzelne Bereiche und sagst Google, was sie bedeuten: Das ist der Name, das ist das Datum, das ist der Preis.
  3. Auf Wunsch überträgt Google das Muster auf alle Seiten mit gleichem Aufbau, etwa alle Event- oder Produktseiten.
  4. Beim nächsten Crawl verwendet Google die markierten Informationen so, als wären sie im Quelltext ausgezeichnet.

Die Daten landen dabei nicht auf deiner Website, sondern nur bei Google. Andere Suchmaschinen, KI-Dienste oder Tools sehen davon nichts.

Unterstützt werden laut Google-Hilfe nur wenige Inhaltstypen: Artikel, Veranstaltungen, lokale Unternehmen, Restaurants, Produkte, Softwareanwendungen, Filme, TV-Folgen und Bücher.

Warum das damals spannend war

2013 war schema.org gerade zwei Jahre alt. Wer Rich Snippets wollte, musste Microdata oder RDFa direkt in das HTML-Template einbauen lassen. In vielen Unternehmen hieß das: Ticket schreiben, warten, hoffen. Der Data Highlighter drehte das um. Plötzlich konnte die SEO-Abteilung selbst festlegen, welche Information was bedeutet, in wenigen Minuten.

Dahinter stand eine klare Strategie: Google wollte mehr Informationen direkt in den Suchergebnissen anzeigen. Dafür musste die Suchmaschine Inhalte nicht nur finden, sondern auch verstehen. Strukturierte Daten erleichtern genau das. Diese Entwicklung hat sich seither eher noch verstärkt, wie Featured Snippets und später die AI Overviews zeigen. Mehr dazu im Beitrag über Direct Answers und W-Fragen.

Gibt es den Data Highlighter noch?

Stand Oktober 2026 haben wir keine offizielle Ankündigung von Google gefunden, dass der Data Highlighter abgeschaltet wurde. Die Hilfeseite zum Tool in der Search-Console-Hilfe existiert weiterhin. Allerdings:

  • Das Tool wurde nie in die neue Oberfläche der Search Console übernommen und ist nur noch über die älteren Werkzeuge erreichbar.
  • John Mueller von Google hat sinngemäß gesagt, der Data Highlighter lohne sich nur noch, wenn man strukturierte Daten auf anderem Weg gar nicht umsetzen kann. Mit den heutigen Plugins sei die Implementierung einfacher als je zuvor.
  • Laut Google werden nicht alle Typen, die der Data Highlighter anbietet, noch für Rich Results genutzt. Manche Typen wurden auch nicht um Felder erweitert, die neuere Suchfunktionen voraussetzen.

Kurz: Er funktioniert vermutlich noch, ist aber ein Auslaufmodell. Für neue Projekte solltest du ihn nicht mehr einplanen.

Die Schwächen des Ansatzes

Auch unabhängig vom Alter hat das Prinzip Nachteile:

  • Abhängig vom Layout: Der Highlighter merkt sich, an welcher Stelle im HTML eine Information steht. Ändert sich das Template, etwa bei einem Relaunch, greifen die Markierungen ins Leere. Das passiert still, ohne dass du es auf der Website merkst.
  • Nur für Google: Bing, andere Suchmaschinen und KI-Systeme bekommen die Daten nicht.
  • Begrenzte Typen und Felder: Viele heute relevante Typen wie FAQ, Rezept-Details oder Produktvarianten fehlen oder sind unvollständig.
  • Schwer zu prüfen: Das Markup steht nicht im Quelltext, Validatoren und Crawler können es nicht sehen.

Strukturierte Daten ohne Programmierung: die Alternativen

Die gute Nachricht: Für die meisten Websites braucht es heute keine Entwickler mehr, um saubere strukturierte Daten auszuliefern.

Funktionen im CMS oder Shopsystem

Viele Shopsysteme und CMS erzeugen strukturierte Daten bereits von Haus aus, etwa für Produkte, Breadcrumbs oder Artikel. Prüfe zuerst, was dein System schon ausgibt, bevor du etwas Zusätzliches einbaust. Doppelte, widersprüchliche Angaben sind ein häufiger Fehler.

Plugins und Erweiterungen

Für WordPress übernehmen SEO-Plugins wie Yoast SEO oder Rank Math einen großen Teil der Arbeit und erzeugen ein zusammenhängendes JSON-LD für Website, Organisation, Artikel und Breadcrumbs. Für spezielle Typen gibt es eigene Erweiterungen. Wie das im Detail aussieht, steht in unserem Beitrag zu Rich Snippets in WordPress. Auch für andere Systeme wie Shopware, Shopify oder TYPO3 gibt es entsprechende Erweiterungen.

JSON-LD selbst einfügen

JSON-LD ist das Format, das Google empfiehlt. Es steht als eigener Block im HTML und ist vom sichtbaren Layout getrennt. Damit ist es deutlich robuster als die Markierungen des Data Highlighters. Ein einfaches Beispiel für eine Veranstaltung:

<script type="application/ld+json">
{
  "@context": "https://schema.org",
  "@type": "Event",
  "name": "SEO-Stammtisch München",
  "startDate": "2026-11-12T19:00+01:00",
  "eventAttendanceMode": "https://schema.org/OfflineEventAttendanceMode",
  "location": {
    "@type": "Place",
    "name": "Gasthaus Beispiel",
    "address": {
      "@type": "PostalAddress",
      "streetAddress": "Beispielstraße 1",
      "postalCode": "80331",
      "addressLocality": "München",
      "addressCountry": "DE"
    }
  }
}
</script>

Viele CMS haben ein Feld für eigene Skripte im Kopfbereich einer Seite. Für einzelne Seiten wie Kontakt, Impressum oder eine Veranstaltung reicht das völlig. Für viele gleichartige Seiten ist ein Template-Baustein besser, der die Werte aus den CMS-Feldern übernimmt.

KI-Assistenten als Hilfe

Einen ersten Entwurf für JSON-LD kann dir auch ein KI-Assistent erstellen. Das spart Tipparbeit, ersetzt aber nicht die Prüfung: Werte, die nicht auf der Seite stehen, oder erfundene Eigenschaften haben im Markup nichts verloren. Mehr zum Thema im Beitrag SEO und KI.

Google Tag Manager: nur mit Vorsicht

Technisch lässt sich JSON-LD auch über den Google Tag Manager einspielen. Google kann solches per JavaScript eingefügtes Markup verarbeiten, muss die Seite dafür aber rendern. Für Inhalte, die sich oft ändern, etwa Preise und Verfügbarkeit, rät Google eher zu Markup direkt im HTML. Als Übergangslösung ist der Tag Manager in Ordnung, dauerhaft ist das Template der bessere Ort.

Prüfen, ob alles ankommt

  • Test für Rich-Suchergebnisse: zeigt, welche Rich Results Google für eine URL erkennt.
  • Schema Markup Validator: prüft das Markup allgemein gegen schema.org.
  • Search Console: Die Berichte unter „Verbesserungen“ bzw. „Shopping“ listen erkannte Elemente, Fehler und Warnungen für die ganze Website.

Bedenke außerdem, dass Google das Angebot an Rich Results immer wieder verändert. FAQ- und HowTo-Ergebnisse wurden zum Beispiel stark eingeschränkt, siehe Neuerungen bei den Rich Results. Markup für einen Typ, den Google nicht mehr anzeigt, schadet zwar nicht, bringt in der Suche aber auch keine Extras mehr.

Fazit: gute Idee, heute überholt

Der Data Highlighter war 2013 ein echter Fortschritt, weil er SEOs unabhängig von Entwicklern gemacht hat. Heute erfüllen CMS-Funktionen, Plugins und ein paar Zeilen JSON-LD denselben Zweck besser: Die Daten stehen im Quelltext, alle Suchmaschinen sehen sie und ein Relaunch macht sie nicht unbemerkt kaputt. Wenn du den Highlighter noch irgendwo im Einsatz hast, lohnt es sich, die Auszeichnung auf JSON-LD umzustellen.

Autor

Christoph Baur ist Gründer und Geschäftsführer der Augsburger SEO Agentur Bits & Passion GmbH. Seine Leidenschaft für SEO und Online Marketing entwickelte sich bereits 2002. Damals startete er als Webentwickler und betrieb verschiedene, erfolgreiche Affiliate Websites. Seit 2010 berät er als SEO Consultant Kunden aller Größe von der Zahnarztpraxis bis zum Dax40-Konzern. Sein Wissen teilt er außerdem als Lehrbeauftragter an der Hochschule Augsburg und an der DHBW Ravensburg.

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