Aktualisiert im Oktober 2026. Dieser Beitrag erschien ursprünglich 2012 als Aufruf zur Umfrage und wurde als Rückblick komplett neu geschrieben: Er erklärt jetzt die Methodik der ganzen Reihe und verweist auf alle drei Auswertungen.
Von 2011 bis 2013 haben wir die Leserinnen und Leser des SEO-Book jedes Jahr nach den größten Fehlern in der Suchmaschinenoptimierung gefragt. An dieser Stelle stand im Juni 2012 der Aufruf zur zweiten Runde, genauer: zu ihrem ersten Teil, den häufigsten Fehlern. Die Abstimmung ist längst geschlossen. Hier steht, wie die Umfrage funktioniert hat und wo du die Ergebnisse findest.
Warum zwei Fragen statt einer
Den einen „größten“ SEO-Fehler gibt es nicht. Manche Fehler sieht man in fast jedem Projekt, sie kosten aber kaum Rankings. Andere kommen selten vor und können trotzdem eine ganze Website aus der Suche werfen. Wer beides in einen Topf wirft, bekommt eine Liste, die weder das eine noch das andere zeigt.
Deshalb war jede Runde zweigeteilt:
- Teil 1: die häufigsten Fehler. Was begegnet dir in der Praxis am öftesten, unabhängig davon, wie schlimm es ist?
- Teil 2: die schädlichsten Fehler. Was kostet am meisten Sichtbarkeit, auch wenn es selten passiert?
2012 folgte die zweite Frage etwa eine Woche nach der ersten. In der Auswertung haben wir beide Sichtweisen nebeneinandergestellt und zusätzlich zu einer Gesamtwertung verrechnet.
Die Regeln 2012
- Getrennte Abstimmungen für Onpage und Offpage
- Pro Abstimmung bis zu drei Antworten
- Die Offpage-Antworten wurden in zufälliger Reihenfolge angezeigt, damit die ersten Einträge keinen Vorteil hatten
- Teil 1 lief bis zum 20. Juni 2012, danach kam die Frage nach dem Schaden
Was 2012 zur Wahl stand
| Onpage | Offpage |
|---|---|
| Crawling-Probleme (z. B. XML-Sitemap, robots.txt) | Links aus bekannten Linknetzwerken |
| Schwache interne Verlinkung | Keine Signale aus sozialen Netzwerken |
| Zu wenig Bilder, Videos und andere Medien | Ungünstige Linkziele (Startseite statt Unterseiten) |
| Keyword fehlt in Überschriften und Text | Zu viele Links mit Keyword-Ankertext |
| Keyword fehlt in Title und Meta-Tags | Erkennbar gekaufte Links |
| Unübersichtliche URL-Struktur | Spam-Links aus schlechten Quellen |
| Zu wenig Text | Einseitiger Linkmix |
| Keyword fehlt in internen Linktexten | Keine Pflege der Links (z. B. Links auf 404-Seiten) |
| Ungünstige Keyword-Auswahl | Linkaufbau in zu hohem Tempo |
| Interner Duplicate Content | Zu wenige Links mit Keyword-Ankertext |
| Fehlende Alt-Attribute bei Bildern | Links von themenfremden Websites |
| Langsame Ladezeit | Zu wenige externe Links insgesamt |
| Fehler beim Canonical-Tag |
Viele dieser Punkte sind heute noch aktuell, etwa Crawling, interne Verlinkung und das Canonical-Tag. Andere klingen nach ihrer Zeit: Links aus Netzwerken oder ein zu schnelles Linkwachstum waren 2012 große Themen, weil im April desselben Jahres das Penguin-Update gestartet war. Und „zu wenige Keyword-Links“ würde heute wohl niemand mehr ernsthaft als Fehler einstufen.
Die Ergebnisse
Die Auswertungen der drei Jahrgänge findest du hier:
- Auswertung 2011: rund 200 Teilnehmende, interner Duplicate Content als größter Onpage-Fehler, ein schlechter Linkmix als größter Offpage-Fehler
- Auswertung 2012: rund 250 Teilnehmende, Canonical-Fehler als selten, aber am schädlichsten; Keyword-Links vom letzten auf den ersten Platz bei der Häufigkeit
- Auswertung 2013: über 300 Teilnehmende, ungepflegte Meta-Tags und lange Ladezeiten vorn, offensichtlich gekaufte Links als größter Offpage-Fehler
Was wir 2026 anders machen würden
Die Grundidee, Häufigkeit und Schaden zu trennen, hat sich bewährt und bleibt. Die Antwortlisten müssen wir dagegen neu schreiben. Themen wie JavaScript-Rendering, Mobile-First-Indexing, Core Web Vitals, strukturierte Daten oder die Sichtbarkeit in KI-Antworten spielten 2012 noch keine Rolle. Dafür gehören einige Linkbuilding-Punkte von damals ins Archiv.
Wir fragen 2026 wieder – die neue Umfrage folgt in Kürze. Dann mit neuen Antwortlisten, aber derselben Frage: Was passiert oft, und was tut wirklich weh?
Fazit: eine Methode, die bleibt
Die Umfrage-Reihe hat gezeigt, wie sehr sich die Einschätzung der SEO-Branche innerhalb weniger Jahre verschieben kann, vor allem beim Linkaufbau. Die Trennung in häufige und schädliche Fehler macht solche Verschiebungen erst sichtbar. Genau deshalb behalten wir sie für die neue Runde bei.
