Aktualisiert im Oktober 2026. Dieser Beitrag erschien ursprünglich 2011 und wurde als Rückblick komplett neu geschrieben: mit den Ergebnissen der damaligen Umfrage und einer Einordnung aus heutiger Sicht.
Im Herbst 2011 haben wir die Leserinnen und Leser des SEO-Book gefragt, welche Fehler in der Suchmaschinenoptimierung am häufigsten passieren und welche am meisten Schaden anrichten. Rund 200 Fachleute haben mitgemacht. Die Umfrage war der Auftakt einer kleinen Reihe, die wir 2012 und 2013 fortgesetzt haben. Hier steht, was 2011 herauskam und was davon heute noch zählt.
So war die Umfrage aufgebaut
„Der größte Fehler“ ist eine unscharfe Frage. Ein Fehler kann ständig vorkommen und trotzdem kaum schaden, ein anderer ist selten, aber verheerend. Deshalb gab es zwei getrennte Fragen:
- Häufigkeit: Welche Fehler begegnen dir in der Praxis am öftesten?
- Schaden: Welche Fehler kosten am meisten Sichtbarkeit?
Beide Fragen wurden jeweils für Onpage (alles auf der eigenen Website) und Offpage (vor allem Backlinks) gestellt. Für die Gesamtwertung haben wir Häufigkeit und Schaden miteinander verrechnet. Bei den Onpage-Fragen haben 129 Personen abgestimmt.
Die damaligen Grafiken sind nicht mehr erhalten. Die folgenden Tabellen geben deshalb nur wieder, was aus der schriftlichen Auswertung eindeutig hervorgeht.
Onpage: interner Duplicate Content vorn
| Platz (gesamt) | Fehler | Anmerkung |
|---|---|---|
| 1 | Interner Duplicate Content | zugleich der am häufigsten genannte Fehler überhaupt |
| 2 | Zu wenig Text auf der Seite | beim Schaden gleichauf mit dem internen Duplicate Content |
| 3 | Schlechte URL-Struktur | für uns damals eine Überraschung |
| 4 | Schlechte Keyword-Auswahl | hätten wir selbst auf Platz 1 erwartet |
Interessant war das Mittelfeld. Fehlende Keywords in internen Linktexten, fehlende Alt-Attribute an Bildern und mehrere URLs für denselben Inhalt wurden zwar als häufig eingestuft, ihr Schaden aber als gering. Die Teilnehmer trauten Google also schon 2011 zu, mit solchen Unsauberkeiten klarzukommen. Ganz hinten landete „zu viele interne Links“: ein Problem, das kaum jemand in der Praxis sah.
Offpage: die Mischung macht’s
Bei den Offpage-Fehlern hatten wir ein Thema mit aufgenommen, das streng genommen nichts mit Links zu tun hat: externer Duplicate Content, also eigene Texte, die auch auf fremden Websites stehen. Ausgerechnet dieser Punkt wurde als der schädlichste Offpage-Fehler gewählt. Möglich, dass er auch deshalb herausstach, weil er der einzige Nicht-Link-Punkt auf der Liste war.
| Fehler | Einschätzung 2011 |
|---|---|
| Externer Duplicate Content | schädlichster Offpage-Fehler |
| Schlechte Mischung beim Linkaufbau | größter Offpage-Fehler in der Gesamtwertung |
| Zu schneller Linkaufbau | überraschend weit vorne |
| Schlechte gekaufte Links | als schädlich eingestuft |
| Zu wenige Links mit Markennamen | weder besonders häufig noch besonders schädlich |
| Zu viele Links mit Keyword-Ankertext | letzter Platz |
Die Botschaft war deutlich: Nicht „immer mehr Links“ galt als Kernproblem, sondern ein einseitiges, unnatürliches Linkprofil. Dass zu viele Keyword-Links 2011 noch ganz hinten lagen, ist im Rückblick bemerkenswert. Ein Jahr später sah das völlig anders aus (siehe Auswertung 2012).
Was die Teilnehmer auf der Liste vermisst haben
Wir hatten auch gefragt, welche Fehler fehlen. Genannt wurden unter anderem:
- Bezahlte Werbelinks ohne
nofollow - Überoptimierung
- Doppelte Meta-Angaben auf vielen Seiten
- Vernachlässigte oder schlecht gesteuerte Seitentitel
Einige dieser Punkte haben wir in den Folgejahren aufgenommen. In der Auswertung 2013 landeten ungepflegte Meta-Angaben dann prompt ganz oben.
Was davon gilt 2026 noch?
Interner Duplicate Content ist heute weniger ein Ranking-Risiko als eine Frage der Effizienz. Google bestraft doppelte Inhalte innerhalb einer Website nicht, sondern wählt eine Version aus. Ärgerlich wird es, wenn Google die falsche nimmt oder Crawling-Ressourcen in Varianten verschwendet. Das Werkzeug dafür ist das Canonical-Tag zusammen mit einer sauberen URL-Struktur.
Zu wenig Text war 2011 ein beliebtes Argument. Heute zählt nicht die Wortzahl, sondern ob eine Seite die Suchanfrage vollständig beantwortet. Eine kurze Seite kann perfekt sein, eine lange kann am Thema vorbeigehen.
Keyword-Auswahl ist geblieben, hat sich aber verschoben: weg vom einzelnen Begriff, hin zu Suchintention und Themenclustern. Mehr dazu in unserer Antwort zur Optimierung auf Longtail-Keywords.
Alt-Attribute wurden 2011 als harmlos eingestuft. Für die Bildersuche und für Barrierefreiheit sind sie heute klar relevant, siehe unseren Bilder-SEO-Leitfaden.
Linkaufbau: Das Gefühl der Teilnehmer, dass ein einseitiges Linkprofil gefährlich ist, hat sich mit dem Penguin-Update im April 2012 bestätigt. Inzwischen wertet Google Spam-Links überwiegend automatisch ab, statt ganze Websites abzustrafen. Gekaufte Links verstoßen aber weiterhin gegen die Spam-Richtlinien. Wie ein gesundes Linkprofil heute aussieht, steht im SEO-Check zu Backlinks.
Externer Duplicate Content ist heute vor allem beim Syndizieren von Inhalten und bei Herstellertexten im Onlinehandel ein Thema. Wer Texte anderer übernimmt, hat selten einen Grund, warum Google gerade seine Kopie zeigen sollte.
Die Reihe im Überblick
- 2011: diese Auswertung
- 2012: Auswertung 2012, mit Keyword-Links als neuem Spitzenproblem
- 2013: Auswertung 2013, mit Meta-Angaben und Ladezeit vorn
Fazit: viel gelernt, einiges geblieben
Die Umfrage von 2011 zeigt eine Branche, die sich gerade vom reinen Linkzählen verabschiedet. Manche Einschätzungen wirken heute überholt, etwa die Gelassenheit bei Alt-Attributen. Andere, wie die Sorge um doppelte Inhalte und unnatürliche Linkprofile, waren erstaunlich weitsichtig.
Wir fragen 2026 wieder – die neue Umfrage folgt in Kürze. Dann sehen wir, welche Fehler sich nach fünfzehn Jahren gehalten haben und welche ganz neuen dazugekommen sind.
