SEO Check Teil 5: "Content"

Unterhielt man sich in den letzten Jahren mit anderen SEOs über Suchmaschinenoptimierung, ging es meist um die Themen Backlinks, Google Updates oder SEO Tools. Unterhielt man sich mit Freunden, Verwandten oder Kunden, die sich noch nicht wirklich mit SEO beschäftigt hatten, wurde man immer wieder mit den Meta-Tags und der Keyworddichte konfrontiert. Doch kaum jemand unterhielt sich über Content oder „wirklich gute Inhalte“. Das hat sich in den letzten Monaten jedoch stark verändert. Spätestens seit dem Panda Update unterhält man sich nun auch über Content. Das macht auch sehr viel Sinn, denn keiner sucht nach Seiten mit möglichst vielen Backlinks oder technisch großartig umgesetzten Websites. Wer eine Suchmaschine benutzt sucht in der Regel nach Inhalten und deshalb sucht auch Google danach.

Im fünften Teil unserer SEO Check-Serie möchten wir deshalb erklären, wie man vorhandene Inhalte aufbauen sollte, damit sie von Google gelesen und verstanden werden.

Content

  1. Keyword auf der Landingpage
    Google wird eine Seite für ein Keyword nur dann als „relevant“ ansehen, wenn dieser Begriff auf der Seite auch zu lesen ist. Grundsätzlich empfehlen wir hierfür folgende Stellen:

    • Keyword in der Überschrift: Das Hauptkeyword sollte zumindest in der h1-Überschrift der Seite enthalten sein. Wenn etwa das Logo die h1-Überschrift ist, dann kommt das Keyword in die h2-Headline.
    • Keyword im Text: das Keyword sollte außerdem am Anfang, in der Mitte und am Ende des Textes verwendet werden. Das gilt für „normal“ lange Texte. Ab 150/200 Wörter sollte es auch entsprechend häufiger vorkommen.
    • Keyword im alt-Parameter des Bildes: zusätzlich sollte das Keyword möglichst auch im alt-Parameter des Bildes enthalten sein. Dies gilt insbesondere für Beitragsseiten, die mit einem entsprechenden Bild versehen wurden.

    Keyworddichte: unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass es keinen großen Sinn macht, Seiten auf eine bestimmte Keyworddichte zu optimieren. Denn meist geht eine künstliche Keyworddichte nämlich zu Lasten des Leseflusses und der Qualität des Textes. Stattdessen sollte darauf geachtet werden, dass das Hauptkeyword das eine Wort ist, welches am häufigsten vorkommt. Ob das nun 1,4% oder 2,7% Keyworddichte ergibt, spielt dabei eigentlich keine große Rolle. Und es sollte darauf geachtet werden, dass Nebenkeywords bzw. ähnliche Begriffe aus dem Wortstamm möglichst jeweils nur einmal vorkommen. Ein Text der auf das Keyword „Buch“ optimiert ist, kann also ruhig auch mal „Bücher“ enthalten, allerdings sollte das Keyword Buch das häufigste Wort im Text sein. Wer seinen Text mal unter diesen Kriterien anschauen möchte, kann dies auf unserem „Contentman“ tun.

  2. Nebenkeywords

    Unter Nebenkeywords versteht man Begriffe, die in Kombination mit dem jeweiligen Hauptkeyword der Seite verwendet werden. In einem Online-Shop sind dies beispielsweise Begriffe wie „kaufen“, „Preis“, „bestellen“ und auch banale Begriffe wie „online“ bzw. „Internet – denn es gibt massenhaft User, die nach „XY online bestellen“ suchen. Bei aktuellen Beiträgen das Datum oder bei Beiträgen mit lokalem Bezug die Ortsangabe.

  3. Produkt-Hubs / Themenseiten

    Zwischen der Startseite und den Beitragsseiten, auf denen die Produkte vorgestellt werden, sollten eine Navigation und die dazugehörigen Navigationsseiten vorhanden sein. Diese Seiten werden häufig auch als Produkt-Hubs beschrieben. Es handelt sich dabei beispielsweise um eine Seite für „Alle Produkte der Kategorie XY“. Diese Produkt-Hubs sind nicht nur für eine sinnvolle Navigation des Users wichtig, sondern können darüber hinaus auch für die Kategoriebezeichnung oder ähnliche Begriffskombinationen gute Positionen erhalten. Hierzu ist jedoch ausreichender Inhalt auf diesen Seiten in Form von Text, Bildern und Links mit dem entsprechenden Keyword notwendig.

  4. Externer Duplicate Content
    Externer Duplicate Content entsteht dann, wenn die Inhalte noch auf anderen Webseiten zu finden sind. Dies ist etwa bei Content Syndication der Fall. Außerdem entsteht externer Duplicate Content dann, wenn die Produktbeschreibungen des Herstellers 1:1 von den Shops übernommen werden. Darunter leidet dann die Relevanz des Inhalts auf der Seite.

    Gegenmaßnahmen: um externen Duplicate Content zu verhindern bestehen mehrere Möglichkeiten, die (leider) alle etwas mit Arbeit zu tun haben. Hier muss natürlich unterschieden werden, ob man der ursprüngliche Publisher und damit Eigentümer der Texte ist oder der Online-Shop bzw. Preisvergleichsseiten Betreiber, der die entsprechenden Produktbeschreibungen auf seiner Seite einsetzen möchte.

    Als Eigentümer hat man prinzipiell zwei Möglichkeiten:
    1. Man lässt die Produktbeschreibungen doppelt texten, einmal für die eigene Seite und einmal für alle anderen Seiten. Das kann, je nachdem, wie viele Produkte man anbietet, eine ganze Menge Arbeit sein. Die sich allerdings auch lohnt. Wichtig ist jedoch, dass die eigenen Texte an keinen anderen Seitenbetreiber ausgeliefert werden, denn dann wären es keine Uniquen Inhalte mehr.
    2. Die zweite Möglichkeit wäre, den anderen Seitenbetreibern nur verkürzte Versionen der Texte anzubieten und auf der eigenen Seite deutlich längere Texte zu verwenden. Dadurch sollte gewährleistet sein, dass die eigene Seite besser gelistet wird, als Seiten, die den Content ebenfalls anbieten.

    Als Shopbetreiber bzw. Preisvergleichsseiten-Betreiber hat man ebenfalls mehrere Möglichkeiten:
    1. Man lässt die Produktbeschreibungen umschreiben. Das ist natürlich enorm viel Aufwand und wird deshalb vermutlich von niemandem da draußen ernsthaft betrieben, oder?
    2. Man ergänzt die Produktbeschreibungen. Dieses Vorgehen wird beispielsweise von großen Online-Shops umgesetzt. Diese verfügen häufig über mehrere Content-Lieferanten, die ihnen ihre Feeds zur Verfügung stellen. Daraus wird dann aus mehreren Texten ein möglichst individuelles Set erstellt um damit zumindest relativ unique Inhalte zu erhalten. Zusätzlich werden dann noch Kommentare und Rezensionen von Käufern eingebaut. (Aber nur echte!)

  5. Eindeutigkeit der Inhalte
    Idealerweise steht jede Unterseite für genau ein Keyword – und jedes Keyword steht idealerweise nur für genau eine Unterseite.

    Hier ist also eine 1:1-Zuordnung sinnvoll. Gibt es nicht eindeutig auf ein Keyword zu optimierende Unterseiten, sollten diese per Verlinkung oder mit anderen Mitteln auf die eigentlich für das Keyword relevante Seite hinweisen.

    Warum ist diese 1:1-Zuordnung so wichtig?
    Diese 1:1-Zuordnung von Keyword und Unterseite ist deshalb so wichtig, weil die Seite dann nicht nur mit tausenden von fremden Seiten um eine gute Platzierung zum Keyword kämpft, sondern zusätzlich auch noch mit der eigenen Unterseite.

    Ein Praxisbeispiel: Wenn das Produkt „fliederfarbener Riesengoldfisch“ wichtig ist, dann sollte dafür auch nur eine wirklich gute, relevante Unterseite gebaut werden und dabei darauf geachtet werden, dass diese sauber optimiert ist. Das heißt also, dass das Keyword im Title, in der Headline, im Text (Anfang, Mitte, Schluss) und im alt-Parameter des Bildes verwendet wird. Zusätzlich sollte aber auch darauf geachtet werden, dass diese Seite dann auch intern prominent und mit dem Keyword verlinkt wird. Wenn dieser „fliederfarbene Riesengoldfisch“ also so wichtig ist, dann sollte auf der Startseite und von den Kategorieseiten mit genau diesem Linktext ein Link darauf gesetzt werden. Auch in Beitragsseiten etc. sollte immer wieder mit diesem Keyword (bitte die Verlinkung trotzdem variieren) auf diese Unterseite verlinkt werden. Jetzt wird auch schon klar, wieso es keinen Sinn macht, mehrere Unterseiten auf ein und dasselbe Keyword zu optimieren: Die Linkpower wird dann halbiert und die Seiten bekommen jeweils nur etwa die Hälfte der Aufmerksamkeit, die sie benötigen. Auch Google ist verwirrt, wenn zwei Unterseiten gefunden werden, die auf das gleiche Keyword optimiert sind. Häufig macht das dann nämlich den Unterschied aus, und die Seite steht nicht auf Seite 1 der Suchergebnisse, sondern eine Unterseite auf Seite 3 und die andere auf Seite 7.

  6. Textumfang

    Auch beim Thema „Textumfang“ gibt es immer wieder kontroverse Diskussionen und viele unterschiedliche Meinungen. Fakt ist, dass der für eine günstige Relevanz bei Google notwendige Umfang von Texten vom jeweiligen Themengebiet abhängig ist. So ist beispielsweise in einem eher wissenschaftlichen Gebiet meist viel Text notwendig um eine gute Platzierung zu erreichen. Als Faustregel kann hier gelten, dass die Seite mindestens so viel Text enthalten sollte, wie die gut positionierten Seiten der Konkurrenz. Ist keine klare Linie feststellbar, empfehlen wir Texte ab etwa 150 Wörtern pro Seite zu verwenden.

  7. Externe ausgehende Links

    Inhaltlich passende Links auf „gute“ Seiten, beispielsweise auf die Wikipedia, sind günstig für Google. Alle anderen ausgehenden Links sollten jedoch vermieden oder entsprechend gekennzeichnet werden. Das heißt also, Werbelinks und Links zu zweifelhaften Seiten sollten mit dem Attribut rel=“nofollow“ versehen werden. Generell sollte natürlich auch darauf geachtet werden, dass nicht zu viel „nach draußen“ verlinkt wird, da dadurch ja auch Linkjuice abfließt. Solange es sich jedoch um themenrelevante Links auf Seiten mit guten Inhalten handelt, schaden die Links natürlich nicht.

  8. Richness des Contents

    Google geht davon aus, dass Content-Seiten mit viel Abwechslung und verschiedenen Medien relevanter und attraktiver für die User sind, als einfache Textwüsten. Deshalb können folgende Elemente einer Seite zu einer höheren Relevanz führen:

    • Bilder
    • Videos
    • Listen und Aufzählungen
    • Markierungen und Hervorhebungen (z. B. durch Fettung, teilweise Versalschreibung, kursive Schrift etc.)

  9. Freshness

    Seit Anfang November 2011 ist für Google das Thema Freshness nun noch wichtiger geworden als bisher. Google glaubt nun von noch mehr Keywords, dass dort eher aktuelle als gut abgehangene Beiträge gesucht werden. Das bedeutet also, man sollte nun noch mehr darauf achten, dass der Content regelmäßig aktualisiert wird. Dabei sollte man sich natürlich überlegen, für welche Keywords das auch tatsächlich Sinn machen würde. Mehr zum Thema Freshness Update gibt’s im Beitrag von Eric.

Hier eine Übersicht über alle Teile unserer „SEO Check„-Serie:

  1. Meta-Angaben
  2. HTML-Code
  3. Domains & URLs
  4. Technik
  5. Content
  6. Webseiten-Struktur
  7. Backlinks

P.S.: Wer schreibt denn hier? Mein Name ist Christoph Baur und ich bin SEO Consultant bei der CONTENTmanufaktur GmbH. Wer mich erreichen will, kann dies per Mail (cb@contentmanufaktur.net) oder per Twitter bzw. bei Google+ tun. Bis bald!

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Christoph Baur

Ich bin Gründer und Geschäftsführer der Bits & Passion GmbH und Lehrbeauftragter für Suchmaschinenmarketing und Unternehmensführung an der Hochschule Augsburg. Zuvor war ich Head of SEO bei Catbird Seat und bei der CONTENTmanufaktur. Wer mich erreichen möchte, kann dies per E-Mail (christoph.baur@bitsandpassion.com) oder über mein Xing-Profil tun.

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Kommentare (4)

  1. Viktor Dite

    sehe ich das richtig, dass Ihr euch gar nicht die Mühe machen würdet den OnPage Duplicate Content zu betrachten?
    Ich hab grad einen Selbsttest am laufen um genau diesem Problem auf die Schliche zu kommen: http://mizine.de/suchmaschinenoptimierung-internet/onpage-duplicate-content-relevanz/

    verschwendete Zeit?

  2. Anonymous

    Hey Viktor,
    na klar: Interner Duplicate Content ist natürlich extrem schädlich. Wir haben das aber nicht extra aufgezählt, weil das häufig ein technisches Thema (Parameter) ist und deshalb schon behandelt wurde.

    Außerdem hat Christoph ja geschrieben: „Idealerweise steht jede Unterseite für genau ein Keyword – und jedes Keyword steht idealerweise nur für genau eine Unterseite.“ Ich wüsste nicht, wie ein Duplikate Content versuchen sollte, für ein anderes Keyword zu ranken.

    Also: Ich gebe dir völlig recht, dass ist ein superwichtiges Thema!

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