Aktualisiert im Oktober 2026. Dieser Beitrag erschien ursprünglich 2013 und wurde für den heutigen Stand komplett neu geschrieben: mit dem X-Robots-Tag, Googles Aussage zum Langzeitverhalten von „noindex, follow“ und einer neuen Empfehlung für paginierte Seiten.
Mit dem Robots-Meta-Tag sagst du Suchmaschinen direkt im HTML einer Seite, ob sie die Seite in den Index aufnehmen und ob sie den Links darauf nachgehen sollen. Die Kombination noindex, follow war lange das Standardrezept für Seiten, die nicht in den Suchergebnissen auftauchen, aber trotzdem Links weitergeben sollen. Ganz so einfach ist es heute nicht mehr. Hier steht, was das Tag tut, was Google daraus macht und wann du es noch einsetzen solltest.
So sieht das Tag aus
Das Robots-Meta-Tag gehört in den <head> der Seite:
<meta name="robots" content="noindex, follow">
Die beiden Werte bedeuten:
noindex: Die Seite soll nicht in den Suchergebnissen erscheinen.follow: Die Links auf der Seite dürfen verfolgt werden.
Groß- und Kleinschreibung spielt keine Rolle, NOINDEX,FOLLOW funktioniert genauso. Wichtig zu wissen: index und follow sind ohnehin die Standardwerte. Ein Tag ohne noindex und ohne nofollow ändert also nichts, und follow allein ist nur eine ausdrückliche Bestätigung des Normalzustands. Wirklich wirksam ist in noindex, follow nur der erste Teil.
Das Gegenstück zum Aussperren mit allem Drum und Dran ist:
<meta name="robots" content="noindex, nofollow">
Für diese Kombination gibt es auch die Kurzform none.
Nur für Google oder für alle?
Mit name="robots" sprichst du alle Crawler an. Willst du nur Google etwas sagen, schreibst du name="googlebot". Das braucht man selten, ist aber praktisch, wenn sich Suchmaschinen unterschiedlich verhalten sollen.
Ohne HTML: der X-Robots-Tag
Für PDFs, Bilder oder andere Dateien ohne <head> gibt es dieselben Anweisungen als HTTP-Header:
X-Robots-Tag: noindex
Den Header setzt du in der Serverkonfiguration, zum Beispiel per .htaccess auf Apache oder im server-Block bei NGINX. Für Google ist er gleichwertig zum Meta-Tag.
Was Google aus „noindex, follow“ macht
Damals galt: Eine Seite mit noindex, follow taucht nicht in den Suchergebnissen auf, bekommt aber trotzdem Linkkraft ab und reicht sie an die verlinkten Seiten weiter. Das stimmt nur noch eingeschränkt.
Google hat Ende 2017 öffentlich erklärt (über John Mueller), dass eine Seite, die dauerhaft auf noindex steht, mit der Zeit wie noindex, nofollow behandelt wird. Die Logik dahinter: Was nicht im Index ist, wird seltener gecrawlt, und irgendwann verlieren auch die Links darauf an Bedeutung. Kurzfristig folgt Google den Links also weiter, langfristig solltest du dich nicht darauf verlassen.
Für die Praxis heißt das:
noindex, followist kein Werkzeug, um Linkkraft durch eine Seite „durchzuleiten“, die du nicht im Index haben willst.- Seiten, die für die interne Verlinkung wichtig sind, sollten über andere, indexierte Seiten erreichbar sein, etwa über Kategorien, Navigation oder eine HTML-Sitemap.
- Wer wichtige Unterseiten nur über
noindex-Seiten verlinkt, riskiert, dass sie seltener gecrawlt werden.
Mehr dazu, wie du die Links innerhalb deiner Website sinnvoll verteilst, steht in Interne Verlinkung optimieren.
Wofür noindex heute sinnvoll ist
noindex bleibt das richtige Mittel, wenn eine Seite für Besucher nützlich ist, als Suchergebnis aber nichts taugt. Typische Kandidaten:
- Ergebnisseiten der internen Suche
- Warenkorb, Checkout, Login und Kundenkonto
- Danke-Seiten nach Formularen oder Bestellungen
- dünne Tag- oder Archivseiten, die nur Listen ohne eigenen Inhalt zeigen
- Druckversionen und ähnliche technische Varianten (sofern du sie nicht ganz abschaffen kannst)
- Inhalte, die du aus rechtlichen Gründen nicht in der Suche haben willst
Ob follow dazugehört, ist meist egal, weil es der Standard ist. Viele CMS und SEO-Plugins schreiben es trotzdem mit hinein, das schadet nicht.
Paginierte Seiten: früher noindex, heute index
Früher wurde noindex, follow häufig für Seite 2, 3 und folgende einer Kategorie empfohlen. Das hat sich geändert. Google empfiehlt heute, paginierte Seiten indexierbar zu lassen und jeder Seite eine eigene, selbstreferenzierende Canonical-URL zu geben. Nur so findet Google zuverlässig die Produkte oder Artikel, die tief in der Liste stecken. Durch den oben beschriebenen Langzeiteffekt würden sonst genau diese Links mit der Zeit an Wirkung verlieren.
Wie du Paginierungen heute sauber aufsetzt, steht in rel=next und rel=prev: Paginierung heute. Die Abwägung zwischen noindex und Canonical bei Folgeseiten behandelt außerdem der Beitrag Paginierte Seiten: noindex,follow vs. Canonical-Tag.
Weitere Werte des Robots-Meta-Tags
Neben noindex und nofollow versteht Google noch eine Reihe weiterer Anweisungen. Die wichtigsten:
| Wert | Wirkung |
|---|---|
nosnippet |
Kein Textausschnitt im Suchergebnis; der Inhalt dient dann auch nicht als direkte Grundlage für AI Overviews |
max-snippet:[Zahl] |
Begrenzt die Länge des Textausschnitts |
max-image-preview:large |
Erlaubt große Vorschaubilder, etwa in Discover |
noimageindex |
Bilder der Seite werden nicht indexiert |
unavailable_after:[Datum] |
Seite soll nach einem Datum nicht mehr erscheinen |
notranslate |
Keine Übersetzungsangebote im Suchergebnis |
Mehrere Werte trennst du mit Kommas. Den früher verbreiteten Wert noarchive brauchst du für Google nicht mehr, seit es den Cache-Link in den Suchergebnissen nicht mehr gibt.
Typische Fehler
- noindex und robots.txt kombiniert. Ist die Seite per robots.txt gesperrt, sieht Google das Meta-Tag nie. Das ausführlich erklärte Problem und die richtige Reihenfolge stehen in noindex, Disallow oder beides?.
- noindex und Canonical auf eine andere URL. Damit sendest du zwei widersprüchliche Signale: „nimm mich nicht in den Index“ und „ich bin ein Duplikat von X“. Entscheide dich für eins. Mehr zum Canonical steht im Canonical-Leitfaden.
- noindex vom Staging übernommen. Nach jedem Relaunch gehört eine Stichprobe der wichtigsten Seiten auf das Robots-Meta-Tag geprüft. In WordPress setzt die Option „Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren“ ein
noindexfür die ganze Website. - Mehrere widersprüchliche Robots-Tags. Plugins, Theme und Server setzen gelegentlich jeweils eigene Anweisungen. Google wendet dann die restriktivste an.
- noindex erwartet sofortige Wirkung. Die Seite verschwindet erst, wenn Google sie erneut gecrawlt hat. Das kann bei selten besuchten Seiten Wochen oder Monate dauern.
So prüfst du das Tag
- URL-Prüfung in der Search Console: zeigt, ob Google die Seite indexieren darf und ob ein
noindexerkannt wurde. Über „Indexierung beantragen“ kannst du einen neuen Abruf anstoßen. - Seitenindexierungsbericht: listet alle URLs mit dem Grund „Durch ‚noindex‘-Tag ausgeschlossen“. Ein Blick auf diese Liste zeigt schnell, ob versehentlich wichtige Seiten darunter sind.
- Crawler wie Screaming Frog oder Sitebulb: finden Meta-Tag und X-Robots-Tag über die ganze Website hinweg.
- Quelltext und Netzwerk-Tab im Browser: für die schnelle Einzelprüfung, auch für Header.
Muss eine Seite sehr schnell aus den Suchergebnissen verschwinden, hilft das Tool „Entfernen“ in der Search Console. Es blendet die URL für etwa sechs Monate aus; dauerhaft wirkt nur das noindex (oder das Löschen der Seite).
Warum eine Seite umgekehrt nicht im Index ist, obwohl sie es sein soll, behandelt der Beitrag Warum ist meine Seite nicht indexiert?.
Fazit: noindex ja, follow als Linkkanal nein
noindex ist nach wie vor das zuverlässigste Mittel, um einzelne Seiten aus den Suchergebnissen herauszuhalten. Das follow dahinter schadet nicht, ist aber kein Trick mehr, um Linkkraft durch nicht indexierte Seiten zu leiten. Was für deine Website wichtig ist, sollte über indexierte Seiten verlinkt sein. Und paginierte Listen bleiben heute im Index.
