Aktualisiert im Oktober 2026. Dieser Beitrag erschien ursprünglich 2011, kurz nach der Einführung von rel=“next“ und rel=“prev“, und wurde für den heutigen Stand komplett neu geschrieben: Google nutzt die Attribute nicht mehr für die Indexierung, hier steht, was stattdessen zählt.
Lange Produktlisten, Blog-Archive und auf mehrere Seiten verteilte Artikel haben ein gemeinsames Problem: Inhalte, die zusammengehören, liegen auf vielen URLs. 2011 stellte Google dafür die Link-Attribute rel="next" und rel="prev" vor. Heute spielen sie für Google keine Rolle mehr. Trotzdem ist Paginierung ein Thema, bei dem viel schiefgehen kann. Dieser Beitrag erklärt, was die Attribute waren und wie du paginierte Inhalte heute aufsetzt.
Zwei Fälle von Paginierung
- Listenseiten: Eine Kategorie enthält 600 Produkte oder ein Blog 400 Beiträge. Angezeigt werden 24 oder 48 pro Seite, der Rest verteilt sich auf Seite 2, 3 und folgende.
- Aufgeteilte Artikel: Ein langer Text oder eine Bildstrecke wird auf mehrere Seiten verteilt, oft um mehr Seitenaufrufe und Werbeeinblendungen zu erzielen.
Für Suchmaschinen sind das zwei verschiedene Situationen. Bei Listen sind die einzelnen Seiten Wege zu den eigentlichen Inhalten, den Produkten oder Beiträgen. Beim aufgeteilten Artikel ist der Inhalt selbst zerstückelt.
Was rel=“next“ und rel=“prev“ waren
Die Idee: Im <head> jeder Seite einer Reihe steht ein Verweis auf die vorherige und die nächste Seite. Bei drei Seiten sah das so aus:
<!-- Seite 1 -->
<link rel="next" href="https://www.example.com/kategorie/?page=2">
<!-- Seite 2 -->
<link rel="prev" href="https://www.example.com/kategorie/">
<link rel="next" href="https://www.example.com/kategorie/?page=3">
<!-- Seite 3 -->
<link rel="prev" href="https://www.example.com/kategorie/?page=2">
Google sollte so erkennen, dass die Seiten eine Einheit bilden, Signale bündeln und bevorzugt die erste Seite anzeigen.
Was 2019 passiert ist
Im März 2019 hat Google mitgeteilt, dass die Attribute schon seit Jahren nicht mehr für die Indexierung genutzt werden. Die Dokumentation wurde entsprechend angepasst. Heute steht dort ausdrücklich, dass Google rel="next" und rel="prev" nicht verwendet, andere Suchmaschinen sie aber durchaus auswerten können.
Was heißt das für dich?
- Entfernen musst du sie nicht. Sie schaden nicht und helfen womöglich anderen Suchmaschinen wie Bing beim Verständnis der Struktur.
- Neu einbauen lohnt sich für Google nicht. Entscheidend sind die normalen Links zwischen den Seiten.
- Verlass dich nicht darauf, dass Google eine Reihe als Einheit betrachtet. Jede paginierte Seite wird wie eine eigenständige Seite behandelt.
Listen-Paginierung heute: so geht es richtig
Google beschreibt die aktuellen Empfehlungen in der Dokumentation zu Paginierung und inkrementellem Laden. Zusammengefasst:
Jede Seite bekommt eine eigene URL
Seite 2 liegt etwa unter ?page=2 oder /seite/2/. Nutze kein Fragment wie #page=2: Google ignoriert alles hinter dem # und folgt solchen Links unter Umständen nicht.
Jede Seite verweist per Canonical auf sich selbst
Setze auf Seite 2 nicht das Canonical auf Seite 1. Seite 2 zeigt andere Produkte als Seite 1, ist also kein Duplikat. Ein Canonical auf die erste Seite kann dazu führen, dass Google die Inhalte auf den Folgeseiten nicht findet. Hintergründe stehen im Canonical-Leitfaden.
Seiten mit echten Links verbinden
Jede Seite verlinkt mit einem normalen <a href> auf die nächste. Google empfiehlt außerdem, von allen Seiten auf die erste zurückzuverlinken. Klickbare Sprünge (1, 2, 3 … 10, 20, letzte) senken die Klicktiefe gegenüber einem reinen „Weiter“-Link deutlich.
Folgeseiten nicht auf noindex setzen
Früher war noindex, follow für Seite 2 und folgende eine verbreitete Empfehlung. Heute ist das nicht mehr sinnvoll: Google folgt den Links dauerhaft nicht indexierter Seiten mit der Zeit kaum noch. Damit riskierst du, dass Produkte oder Artikel tief in der Liste schlechter gefunden werden. Mehr dazu in noindex, follow. Die Abwägung im Detail behandelt auch Paginierte Seiten: noindex,follow vs. Canonical-Tag.
Gleiche Titles sind in Ordnung
Paginierte Seiten dürfen laut Google denselben Title und dieselbe Meta-Description haben. Ein Zusatz wie „– Seite 2“ schadet aber nicht und hilft Nutzern bei der Orientierung. Einleitungstexte der Kategorie gehören auf die erste Seite, nicht auf jede Folgeseite.
Filter und Sortierungen eindämmen
Sortier-Varianten (?sort=preis) oder Filter, die keine eigenständigen Suchziele sind, sollten nicht indexiert werden. Je nach Menge nutzt du noindex oder sperrst die Parameter in der robots.txt. Welche Variante wann passt, erklärt noindex, Disallow oder beides?.
Endlos-Scrollen und „Mehr laden“
Viele Shops und Magazine laden weitere Einträge per JavaScript nach, entweder beim Scrollen oder per Button. Googlebot scrollt nicht und klickt keine Buttons. Was erst durch eine Interaktion erscheint, sieht Google in der Regel nicht.
Die Lösung: Hinterlege die nachgeladenen Inhalte zusätzlich als normale, paginierte URLs mit <a href>-Links. Der „Mehr laden“-Button kann ein solcher Link sein, der per JavaScript abgefangen wird. Beim Scrollen kann die Adresszeile per History API auf die passende Seiten-URL wechseln. So haben Nutzer ihr Endlos-Scrollen, und Crawler finden trotzdem jeden Eintrag.
Aufgeteilte Artikel: lieber eine Seite
Für Artikel, die auf mehrere Seiten verteilt sind, ist die einfachste Empfehlung: Zeig den ganzen Text auf einer Seite. Ein vollständiger Artikel deckt ein Thema besser ab, sammelt Links an einer Stelle und ist für Leser angenehmer. Die Folgeseiten eines geteilten Artikels haben oft denselben Titel, aber nur Bruchstücke des Inhalts. Das schwächt jede einzelne Seite.
Muss es aus geschäftlichen Gründen bei mehreren Seiten bleiben:
- Biete eine Gesamtansicht an und lass sie indexieren. Die Einzelseiten können per Canonical auf diese Gesamtansicht verweisen, weil sie inhaltlich Teil davon sind.
- Ohne Gesamtansicht: Jede Teilseite bekommt ein eigenes Canonical, eine eigene sinnvolle Zwischenüberschrift und Links auf alle anderen Teile.
Checkliste Paginierung
- [ ] Jede Seite hat eine eigene URL ohne
#-Fragment. - [ ] Jede Seite hat ein selbstreferenzierendes Canonical.
- [ ] Seiten sind mit
<a href>verlinkt, inklusive Sprüngen und Link zu Seite 1. - [ ] Kein
noindexauf Folgeseiten. - [ ] Nachgeladene Inhalte (Endlos-Scrollen, „Mehr laden“) sind auch über paginierte URLs erreichbar.
- [ ] Sortier- und unwichtige Filter-URLs sind eingedämmt.
- [ ] Aufgeteilte Artikel wurden zusammengeführt oder haben eine Gesamtansicht.
- [ ] Ein Crawl (z. B. mit Screaming Frog) zeigt, dass die tiefsten Listeneinträge erreicht werden.
Weitere Werkzeuge für diese Kontrolle stellt der Beitrag Werkzeuge für bessere Crawlability vor. Wie Paginierung in die Gesamtplanung der indexierbaren Seiten passt, steht in Gute Seiten, schlechte Seiten.
Fazit: normale Links statt Sonder-Attribute
rel="next" und rel="prev" waren 2011 eine vielversprechende Idee, für Google sind sie heute bedeutungslos. Was zählt, sind eindeutige URLs, selbstreferenzierende Canonicals und echte Links zwischen den Seiten. Damit behandelt Google jede Listenseite als normale Seite und findet alles, was darauf verlinkt ist. Und lange Artikel gehören am besten auf eine einzige Seite.

[…] Früher und heute: 2013 wurde für Folgeseiten noindex, follow empfohlen und rel="next"/"prev" als Experiment genannt. Beides ist überholt. Google nutzt rel="next"/"prev" nicht mehr; Details in Paginierung ohne rel=next/prev. […]