Aktualisiert im Oktober 2026. Dieser Beitrag erschien ursprünglich 2017 und wurde für den heutigen Stand komplett neu geschrieben: mit den aktuellen Regeln für Review-Snippets, der Einschränkung selbstbezogener Bewertungen seit 2019 und einem JSON-LD-Beispiel, das in jedem CMS funktioniert.
Gelbe Sterne im Suchergebnis fallen auf und können die Klickrate spürbar beeinflussen. Für WordPress gibt es dafür zahllose Plugins, doch viele Websites laufen auf Shopsystemen, eigenen Lösungen oder anderen CMS. Hier liest du, unter welchen Bedingungen Google Bewertungssterne überhaupt noch anzeigt und wie du sie unabhängig vom System sauber auszeichnest.
Was Review-Snippets sind
Google nennt die Sterne „Rezensions-Snippets“ (englisch: Review Snippets). Gemeint ist die Sternegrafik samt Durchschnittswert und Anzahl der Bewertungen, die unter dem Titel eines Suchergebnisses erscheinen kann. Grundlage sind strukturierte Daten nach schema.org, genauer die Typen Review (eine einzelne Bewertung) und AggregateRating (der Durchschnitt vieler Bewertungen).
Wichtig vorab: Auch korrekt ausgezeichnete Bewertungen sind nur eine Einladung. Ob Google die Sterne tatsächlich zeigt, entscheidet die Suchmaschine selbst, je nach Suchanfrage, Seite und Vertrauen in die Daten.
Für welche Inhalte Google Sterne zeigt
Sterne gibt es nicht für beliebige Seiten. Das bewertete Objekt muss zu einem der unterstützten Typen gehören. Laut der Dokumentation von Google sind das derzeit unter anderem:
Product(Produkte)Recipe(Rezepte)SoftwareApplication(Apps und Software)Book,Movie,Course,EventLocalBusinessundOrganization(mit der Einschränkung weiter unten)- einige Medientypen wie
CreativeWorkSeries,Episode,Game,MusicRecording
Eine Ratgeberseite, ein Blogartikel oder eine Kategorieseite mit gemischten Produkten ist kein bewertbares Objekt. Wer dort Sterne einbaut, um aufzufallen, bewegt sich außerhalb der Richtlinien. Die aktuelle Liste findest du in der Google-Dokumentation zu Rezensions-Snippets, denn sie ändert sich von Zeit zu Zeit.
Seit 2019: keine Sterne für Bewertungen über dich selbst
Die wichtigste Änderung seit dem ursprünglichen Beitrag kam im September 2019. Seitdem zeigt Google keine Sterne mehr, wenn ein Unternehmen Bewertungen über sich selbst auf der eigenen Website auszeichnet. Das betrifft Seiten mit LocalBusiness– oder Organization-Markup, sobald das bewertete Unternehmen die Bewertungen kontrolliert.
Konkret heißt das:
- Die Startseite einer Agentur, eines Handwerkers oder eines Hotels bekommt keine Sterne für „4,8 von 5 – unsere Kunden lieben uns“.
- Das gilt auch, wenn die Bewertungen über ein eingebettetes Widget eines externen Anbieters kommen, etwa aus dem Google-Unternehmensprofil oder von Facebook.
- Bewertungen für Produkte oder andere unterstützte Objekte, die du verkaufst oder vorstellst, sind davon nicht betroffen. Ein Shop darf Produktbewertungen seiner Kunden weiter auszeichnen.
Für Unternehmensbewertungen ist heute das Google-Unternehmensprofil der richtige Ort. Mehr dazu steht im Beitrag zu den Local-SEO-Grundlagen.
Die Voraussetzungen im Überblick
Damit Sterne eine Chance haben, müssen Inhalt und Markup zusammenpassen:
- Die Bewertungen sind auf der Seite sichtbar. Was im Markup steht, muss der Nutzer auch auf der Seite sehen können: Durchschnitt, Anzahl und idealerweise die einzelnen Bewertungstexte.
- Es geht um ein konkretes Objekt. Die Bewertung bezieht sich auf genau das Produkt oder Rezept, um das es auf der Seite geht, nicht auf eine Kategorie oder den Shop insgesamt.
- Die Bewertungen sind echt. Gefälschte Bewertungen oder Bewertungen, für die es eine nicht offengelegte Gegenleistung gab, sind ausdrücklich verboten.
- Keine fremden Bewertungen einsammeln. Bewertungen von anderen Websites zu übernehmen und als eigene auszuzeichnen, ist nicht erlaubt.
- Die Pflichtangaben sind vollständig. Für eine einzelne Bewertung braucht Google unter anderem
author,reviewRatingmitratingValueund den Namen des bewerteten Objekts. FürAggregateRatingsindratingValuesowieratingCountoderreviewCountnötig.
So sieht das Markup aus
Das Format der Wahl ist heute JSON-LD. Es steht als eigener Skriptblock im HTML und ist unabhängig vom sichtbaren Layout. Das macht es für jedes System attraktiv, das an irgendeiner Stelle eigene Code-Schnipsel oder Template-Variablen erlaubt.
Ein Beispiel für ein Produkt mit Durchschnittsbewertung und einer einzelnen Rezension:
<script type="application/ld+json">
{
"@context": "https://schema.org",
"@type": "Product",
"name": "Wanderrucksack Alpin 30",
"image": "https://www.example.com/bilder/alpin-30.jpg",
"offers": {
"@type": "Offer",
"price": "129.00",
"priceCurrency": "EUR",
"availability": "https://schema.org/InStock"
},
"aggregateRating": {
"@type": "AggregateRating",
"ratingValue": "4.6",
"bestRating": "5",
"reviewCount": "37"
},
"review": [{
"@type": "Review",
"author": { "@type": "Person", "name": "Sabine K." },
"datePublished": "2026-08-14",
"reviewRating": { "@type": "Rating", "ratingValue": "5", "bestRating": "5" },
"reviewBody": "Sitzt auch nach sechs Stunden noch bequem."
}]
}
</script>
Die Werte für Durchschnitt und Anzahl dürfen natürlich nicht fest im Template stehen. Sie müssen aus derselben Datenquelle kommen, die auch die sichtbaren Sterne auf der Seite befüllt. Sonst laufen Anzeige und Markup früher oder später auseinander. Wie du Produkte mit Größen oder Farben sauber auszeichnest, steht im Beitrag zu strukturierten Daten für Produktvarianten.
Umsetzung ohne WordPress: die Optionen
Welcher Weg der richtige ist, hängt vor allem davon ab, wo deine Bewertungen herkommen.
Bewertungsfunktion des Shopsystems
Die meisten Shopsysteme bringen heute eine Bewertungsfunktion für Produkte mit, oft inklusive strukturierter Daten. Prüfe zuerst, ob dein System das schon kann und ob das Markup vollständig ist. Häufig fehlt nur ein Feld oder die Daten liegen in einem veralteten Format vor.
Externe Bewertungsdienste
Bewertungsplattformen sammeln Produkt- oder Händlerbewertungen und liefern sie per Widget oder Schnittstelle aus. Für Produktbewertungen ist das in Ordnung, solange die Bewertungen auf der Seite sichtbar sind und sich auf das jeweilige Produkt beziehen. Für Händler- oder Unternehmensbewertungen auf der eigenen Website gilt die Einschränkung von 2019: Sterne gibt es dafür in den organischen Ergebnissen nicht.
Eigenes Bewertungssystem
Wer eine Eigenentwicklung oder ein CMS ohne passende Erweiterung nutzt, kann ein eigenes System bauen oder ein fertiges Skript einbinden. Die Technik dahinter ist überschaubar: eine Tabelle für Bewertungen, ein Formular, eine Ausgabe der Sterne und ein Template-Baustein, der das JSON-LD aus denselben Daten erzeugt. Achte dabei auf:
- Moderation: Du brauchst eine Möglichkeit, Spam und missbräuchliche Bewertungen zu prüfen, ohne unliebsame, aber echte Kritik zu löschen.
- Schutz vor Manipulation: etwa Begrenzung pro Nutzer, Captcha oder Bewertungen nur nach Kauf.
- Eindeutige Zuordnung: Jede Bewertung gehört zu genau einer Produkt-URL bzw. ID.
- Pflege: Ein Skript, das seit Jahren kein Update bekommen hat, ist ein Sicherheitsrisiko.
Statisches Markup von Hand
Manche probieren es mit fest eingetragenem JSON-LD, ohne dass es auf der Seite echte Bewertungen gibt. Davon ist klar abzuraten. Google kann für Spam in strukturierten Daten eine manuelle Maßnahme verhängen. Dann verliert die Website die Berechtigung für Rich Results, die Sterne sind also weg. Der Aufwand, das wieder geradezubiegen, steht in keinem Verhältnis zum Nutzen.
Rechtliches nicht vergessen
Seit Mai 2022 müssen Händler in Deutschland angeben, ob und wie sie sicherstellen, dass Bewertungen von echten Kunden stammen. Das ist keine SEO-Frage, betrifft aber jedes Bewertungssystem. Lass dir im Zweifel rechtlich bestätigen, welche Hinweise auf deiner Seite nötig sind.
Testen und überwachen
- Test für Rich-Suchergebnisse: Zeigt, ob Google das Markup einer URL erkennt und ob es für Rezensions-Snippets infrage kommt.
- Schema Markup Validator: Prüft das Markup allgemein gegen schema.org, auch für Typen, die Google nicht als Rich Result nutzt.
- Search Console: Im Bereich „Verbesserungen“ bzw. „Shopping“ gibt es Berichte zu erkannten Rezensions-Snippets und Produkt-Snippets, inklusive Fehlern und Warnungen.
Ob am Ende Sterne erscheinen, siehst du nur in der Suche selbst. Plane ein, dass es nach dem Einbau einige Zeit dauern kann und dass Google die Sterne nicht für jede Suchanfrage zeigt. Wie sich Sterne in das gesamte Snippet einfügen, beschreibt der Beitrag Wie kann ich Google-Snippets optimieren?. Wer doch WordPress nutzt, findet die Plugin-Variante unter Rich Snippets in WordPress.
Fazit: Sterne nur für echte Bewertungen echter Objekte
Bewertungssterne funktionieren mit jedem CMS, denn JSON-LD lässt sich überall ausgeben. Entscheidend ist nicht die Technik, sondern die Datenbasis: echte, sichtbare Bewertungen zu einem konkreten Produkt oder einem anderen unterstützten Objekt. Bewertungen über das eigene Unternehmen bringen seit 2019 keine Sterne mehr, und alles, was nach Abkürzung aussieht, kostet im Zweifel die Rich Results der ganzen Website.
