SEOkomm: Jonas Weber zu Panda, Penalties und Reinclusion

Meiner Meinung nach war der Vortrag von Jonas Weber der beste auf der SEOkomm in Salzburg. Und da hier viele Kollegen geschwänzt haben, die das dringend hätten hören sollen, fasse ich meine Aufschriebe hier zusammen.

Jonas Weber war Mitglied des Google Search Quality Teams und ist mittlerweile Geschäftsführer der webhelps! Online Marketing GmbH in München. Entgegen der Meinung des ein oder anderen SEOs ist er übrigens kein Doppelagent, betonte Weber.

Google: zur Organisation

Das Google Search Quality Team kümmert sich hauptsächlich um die nicht bezahlte Suche und muss klar von weiteren Teams unterschieden werden, erklärte Jonas Weber zu Beginn. Neben dem Search Quality Team gibt es unter anderem auch die Teams AdSense, AdWords und Google Analytics.

Dabei handelt es sich jeweils um eigene Teams die getrennt voneinander arbeiten und die unterschiedliche Interessen verfolgen. So hat das AdSense Team die Steigerung der Einnahmen zum Ziel und berät entsprechend bzgl. der optimalen Platzierung der Anzeigen. Im Gegensatz dazu ist das Search Quality Team daran interessiert, möglichst hochwertige Seiten mit möglichst wenig Werbung von Spam-Seiten zu unterscheiden.

Wirklich interessant: Laut Weber gibt es bei Google keine Möglichkeit, eine Seite manuell hochzustufen! Verstößt eine Seite jedoch gegen die Richtlinien, so kann diese heruntergestuft, entwertet oder im schlimmsten Fall sogar entfernt werden. In Sonderfällen kann es also auch zu manuellen Abstrafungen kommen. Ein Hochstufen ist dagegen nicht möglich. „Ziel von Google ist es, so viel wie möglich zu automatisieren.“, meint Weber dazu.

Als er den Anwesenden die Frage stellte, wer der Meinung sei, dass seine Seite einen wirklichen Mehrwert für den Nutzer darstellt, meldeten sich nur etwa zehn Prozent! Das sollte dem ein oder anderen SEO da draußen wirklich zu denken geben. Also ich habe mich jedenfalls gemeldet. 😉

Wie sollte vorgegangen werden, wenn eine Seite abgestraft wurde?

  1. Sichtbarkeit checken und prüfen, ob gleichzeitig auch der Traffic eingebrochen ist.
  2. Wie ist die Seite betroffen? Wurde die Seite komplett aus dem Index entfernt, nach hinten gestuft oder sind nur einzelne Keywords betroffen?
  3. Wie sieht die Entwicklung der Seite in anderen Suchmaschinen aus? Sind die Rankings der Seite nur bei Google oder auch in anderen Suchmaschinen verschwunden? Ist die Konkurrenz ebenfalls betroffen oder nur die eigene Seite?
  4. Webmaster Richtlinien überprüfen: wurde gegen die Google Richtlinien verstoßen?
  5. Reinclusion-Antrag über die Google Webmaster Tools stellen.

Reinclusion-Antrag

Wichtig ist, dass vor dem Stellen eines Reinclusion-Antrags die Google Webmaster Richtlinien genau durchgesehen werden und wirklich alle Verstöße behoben werden. Nach dem Einreichen eines Reinclusion-Antrags findet eine manuelle Überprüfung der Seite statt. Findet der Google Mitarbeiter dann nämlich weitere, möglicherweise neue Verstöße gegen die Richtlinien, bleibt der Reinclusion-Antrag erfolglos.

Formulierung von Reinclusion Requests:

  • Um Welches Problem handelt es sich? Das Problem sollte auf jeden Fall angegeben werden, denn Google weiß im Zweifel immer was los ist und möchte dies vom Seitenbetreiber hören.
  • Welche Schritte wurden unternommen um das Problem zu beheben?
  • Wie ist der Verstoß gegen die Richtlinien zu Stande gekommen? Wenn der Verstoß durch eine SEO Agentur verursacht wurde, sollte die Agentur gemeldet werden. Das mildert im Zweifel die Umstände und man ist nach Behebung der Verstöße wieder schneller im Index.

Nach Eingang eines Reinclusion-Antrags wird die betroffene Seite von Google manuell überprüft und der Webmaster über das Resultat des Antrags informiert. Mitterlweile informiert Google den Webmaster relativ umfangreich. So erfährt der Webmaster von Google, ob die Penalty aufgeboben wurde, weiterhin Verstöße gegen die Google Webmaster Guidelines bestehen oder aber keine manuelle Abstrafung vorliegt. Letzteres ist eine sehr wichtige Information, da man dann von einem Filter ausgehen kann.

Wichtige Google Updates

  • 2009 Vince-Update/Brandupdate: Marken werden bevorzugt behandelt.
  • 2010 Mayday-Update: Mehr Qualität im Longtail.
  • 2010 Caffeine-Update: Mehr Aktualität, relevantere Suchergebnisse.
  • 2011 Panda-Update: Benutzerverhalten fließt stärker ins Ranking ein.

Panda-Update

Wie von vielen bereits vermutet, bestätigte Jonas Weber, dass es sich beim Panda-Update nicht um eine manuelle Abstrafung sondern um ein algorithmisches Update handelt. Dieses werde von Google in regelmäßigen Zeitabständen (etwa monatlich) angepasst – was ja einige Seiten schon zu spüren bekommen haben.

Sichtbarkeit ehow.com (UK-Index): Schön zu sehen, die regelmäßigen Panda-Updates

Abschließend gibt Jonas Weber noch einige Tipps, um vom Panda Update betroffene Seiten wieder zu guten Rankings zu führen.

  1. Hochwertigen, uniquen Content erstellen
  2. Weitergehende Infos veröffentlichen und relevante interne Verlinkung aufbauen
  3. Werde Brand in deiner Nische!
  4. Benutzerfreundliches, ansprechendes Webdesign
  5. Reduzierung von Affiliate-/Ads-Flächen bzw. -links

Auf eine Frage aus dem Publikum antwortet Weber, dass sich „Panda-Probleme“ automatisch mit einem der nächsten Updates beheben, wenn die oben genannten Punkte abgearbeitet wurden. Es ist also nicht nötig einen Reinclusion-Request zu stellen.

Übrigens: Das Panda-Update hat nichts mit Links zu tun.

Noch einer zum Linkprofil

Auch zum Thema Linkbuilding gab es noch einen Tipp: ein natürliches Linkprofil ist heutzutage wichtiger denn je. Nicht vertrauenswürde Links werden von Google entwertet und zählen dann einfach nicht.

Mehr: Alle unsere Recaps zur SEOkomm

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Christoph Baur

Ich bin Gründer und Geschäftsführer der Bits & Passion GmbH und Lehrbeauftragter für Suchmaschinenmarketing und Unternehmensführung an der Hochschule Augsburg. Zuvor war ich Head of SEO bei Catbird Seat und bei der CONTENTmanufaktur. Wer mich erreichen möchte, kann dies per E-Mail (christoph.baur@bitsandpassion.com) oder über mein Xing-Profil tun.

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